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  1. Mit DIPAS wird erstmals eine medienbruchfreie Anwendung zur informellen Bürgerbeteiligung bei Planungsvorhaben entwickelt

    Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung und die HafenCity Universität Hamburg haben sich in einem gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zusammengetan: Das Online-Beteiligungstool der Stadt soll mit dem vom CityScienceLab entwickelten Stadtmodell CityScope zusammengeführt und zu einem integrierten, online und vor Ort einsetzbaren digitalem Partizipationssystem (DIPAS) ausgebaut werden.

    Bild: HafenCity Universität Hamburg
    Bild: HafenCity Universität Hamburg

    Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Hamburg ist eine dynamische Stadt, in der laufend gebaut und geplant wird. Dabei binden wir die Menschen vor Ort ein und gehen bei der Bürgerbeteiligung neue Wege, sei es bei der Öffnung von städtebaulichen Wettbewerben wie aktuell in Oberbillwerder oder bei der Online-Beteiligung. Ich freue mich, dass wir mit dem Projekt DIPAS nun weitere Kräfte bündeln können und gemeinsam mit dem Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung sowie der HafenCity Universität einen großen Schritt hin zu einer verbesserten Planungs- und Beteiligungskultur machen. Mit diesem Projekt investiert Hamburg in eine zeitgemäße und moderne Bürgerbeteiligung. “

    Prof. Dr. Gesa Ziemer, Leiterin CityScienceLab: „Am CityScienceLab der HCU entwickeln wir datenbasierte, interaktive Modelle, die Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, sich aktiv an der Gestaltung ihrer Stadt zu beteiligen. Nach FindingPlaces freuen wir uns besonders, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der BSW und dem LGV fortzuführen. Das Projekt DIPAS ist eine einzigartige Gelegenheit, Expertise und die Erfahrung zusammenzuführen und in Hinblick auf stärkere Einbeziehung digitaler Technologien weiterzuentwickeln."

    Arne Dornquast, Bezirksamtsleiter Bergedorf: „Die Bürgerbeteiligung in allen kleinen und großen Planungsprozessen ist, insbesondere in der Bezirksverwaltung, von größter Bedeutung. Durch das DIPAS-Projekt wird die Möglichkeit einer direkten und zeitgemäßen Partizipation aller interessierten Akteurinnen und Akteure unkompliziert und direkt ermöglicht. Ich freue mich besonders darüber, dass wir derzeit mit der Fachbehörde über weitere Einsatzmöglichkeiten sprechen.“

    Rolf-Werner Welzel, Geschäftsführer Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung: „Damit die Bürgerinnen und Bürger leichter ihre Hinweise, Vorschläge, Fragen und Kritik zu den städtebaulichen Planungen der Stadt Hamburg abgeben können, entwickeln die BSW und der LGV schon seit langem digitale Online-Anwendungen, deren Grundlage die Hamburger Geodaten sind.  Wir freuen uns, dass die bestehenden Online-Beteiligungsplattformen im Rahmen des Projekts  DIPAS zusammengeführt sowie weiterentwickelt werden können. Dabei stellen wir gerne sicher, dass alle notwendigen Geo-Daten technologisch verfügbar sind und so eine schnelle, transparente und umfassende Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger bei städtischen Planungen möglich wird. Zusammengefasst bedeutet dieses, DIPAS wird die Grundlage für die digitale Vernetzung verschiedenster Online-Anwendungen im urbanen Raum sein, und alle Projektbeteiligten setzen dadurch auch einen Teil des Hamburger Urban Data Konzepts um.“

    Seit 2016 ist das Online-Beteiligungstool der Stadt im Einsatz und wurde bereits in elf Verfahren erfolgreich angewendet, um Hamburgerinnen und Hamburgern die Teilhabe an Planungsprozessen zu erleichtern. Parallel hat das CityScienceLab im vergangenen Jahr mit dem Projekt „Finding Places“ zur Identifizierung möglicher Flächen für Flüchtlingsunterkünfte im Auftrag der FHH erstmals sein interaktives Stadtmodell auf der Ebene der Gesamtstadt angewandt. Mit dem Zusammenführen der beiden Instrumente im Projekt DIPAS soll ein integriertes Partizipationswerkzeug entstehen, das im Rahmen von informellen Beteiligungsverfahren sowohl vom individuellen Nutzer (über Desktop-PC, Tablet oder Smartphone) als auch mit Hilfe digitaler Datentische (sogenannter Multi-Touch-Tables), in Workshops von Gruppen gemeinsam verwendet werden kann.

    Zunächst wird das Beteiligungstool für den Einsatz auf Multi-Touch-Tables angepasst. Anschließend werden schrittweise u.a. ein 3D-Modell der Stadt, digitale Planwerke, 3D-Visualisierungen von städtebaulichen Entwürfen eingebunden und schließlich Simulationen (z.B. von Verkehr, Schall oder Schattenwurf) ermöglicht werden. Ziel ist es, den großen Schatz von Geodaten für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und so nutzerfreundlich aufzubereiten, dass eine Diskussion auf Augenhöhe mit den Fachleuten möglich wird. Bürgerinnen und Bürger sollen durch erweiterte Nutzungsmöglichkeiten und Informationstiefe dabei unterstützt werden, sich noch besser als bisher mit ihren Ideen, Fragen, Ortskenntnissen und Kritik in Planungsvorhaben einzubringen. Den Planungsverantwortlichen wird zudem die Auswertung und weitere Verarbeitung des Bürgerfeedbacks erleichtert, da dieses künftig nicht nur im Rahmen von Online-Beteiligung, sondern auch aus Veranstaltungen vor Ort automatisch digital erfasst wird. Es ist geplant, das System in einer ersten Pilotierungsrunde im Frühsommer 2018 bei der Erstellung eines Bezirksentwicklungsplans in Bergedorf einzusetzen.

    Das Projekt DIPAS ist auf drei Jahre angesetzt, die Projektleitung übernimmt die Stadtwerkstatt in der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen. Bereits 2018 soll ein erster Prototyp im Rahmen eines Pilotierungsvorhabens erprobt werden. DIPAS ist ein Projekt im Rahmen der Senatsstrategie Digitale Stadt und des Vorhabens „Digital First - Chancen der Digitalisierung für eine bürgerfreundliche und moderne Verwaltung nutzen“.

    Weitere Informationen unter www.hamburg.de/dipas.

     

     

     

  2. Optimale Unterstützung für alle VR-Anwendungen

    FARO® (NASDAQ:FARO), der weltweit führende Anbieter für Produktdesign, BIM/CIM im Bausektor und öffentliche Sicherheit/Forensik, gibt die Einführung seiner Virtual-Reality-fähigen Software FARO® SCENE 7.1 bekannt. FARO SCENE 7.1 ermöglicht ein immersives VR-Erlebnis mit Integration detaillierter fotografischer Texturen sowie Oberflächendetails eines Objekts und einem so schnellen Rendering von 3D-Scandaten, dass diese in Echtzeit realisiert erscheinen.

    Bild Faro
    FARO® SCENE 7.1 3D scan data Villa - Bild Faro

    SCENE 7.1 ist für das Laserscanner-Produktportfolio von FARO – etwa für den FocusS oder Freestyle – optimiert, doch die Software ist geräteneutral und kann 3D-Scandaten von anderen, nicht von FARO stammenden Laserscannersystemen,nahtlos aufnehmen und handhaben.

    Immersives Virtual-Reality-Erlebnis

    Mit SCENE 7.1 können Anwender über ein kompatibles VR-Headset komplette Projekte mit allen relevanten Scans in voller 3D-Virtual-Reality bequem im Büro oder am Arbeitsplatz ansehen. Dies erweitert die Vorzüge von Scansystemen erheblich und verkürzt die Projektzyklen: Fachleute in den Bereichen Architektur, Ingenieurwesen und Bau können die Realität nun schnell abbilden und vergleichen, um beispielsweise Bestandsdokumentation auszuwerten.

    Produktivitätssteigerung mit Virtual Reality

    SCENE 7.1 geht weit über das Konzept „mehr sehen, um besser zu verstehen“ hinaus, das in den meisten industriellen VR-Lösungen zur Anwendung kommt. Es steigert außerdem die Produktivität, weil die Anwender Screenshots erstellen, Kommentare oder Notizen zu Abbildungen einfügen und in Echtzeit in der Systemübersichtskarte navigieren können – all das, ohne dafür die Virtual-Reality-Umgebung verlassen zu müssen.

    Zusammenführung der Scandaten aus terrestrischen und handgeführten FARO-Systemen

    Früher besaßen die FARO-Produkte Focus und Freestyle ihre eigenen speziellen Passmarken zur Kennzeichnung von Scanbereichen oder spezifischen Zielen, die nicht zwischen den Scangeräten ausgetauscht werden konnten. Mit der erweiterten Funktionalität von SCENE 7.1 können nun beide Gerätetypen sowohl kodierte Passmarken austauschen als auch die Registrierung von Scans aus beiden Geräten überprüfen – in einem einzigen, in Echtzeit erstellten Registrierungsbericht. Dies gewährleistet einen direkteren Workflow zwischen diesen Geräten und ermöglicht so die schnellere Fertigstellung von Projekten.

    „Wir haben aktiv darauf hingearbeitet, die wertvolle VR-Fähigkeit und -Kompatibilität in unsere Produkte zur Umgebungserfassung zu integrieren“, so Andreas Gerster, Vice President, Global Construction BIM-CIM. „Dies ist die dritte große Produkteinführung von FARO während des letzten Jahres in diesem Bereich, und wir erwarten, dass unsere Kunden nun – dank des Zugriffs auf in Echtzeit simulierte Realitätsdaten – in virtuellen Projektumgebungen einfacher interagieren und dadurch ihre Planungsprozesse konkreter und weniger fehleranfällig gestalten können.“

    Eine kostenlose 30-Tage-Demoversion von SCENE 7.1 steht zum Download bereit auf www.faro.com/resource/scene7/

     

     

     

  3. Die IABG hat die Tests zur Umweltqualifikation an den beiden Satelliten der Mission GRACE-FO (Gravity Recovery and Climate Experiment-Follow-On) erfolgreich beendet.

    Den Abschluss der Versuchskampagne nimmt die IABG heute zum Anlass, die Satelliten im Rahmen einer gemeinsamen Medienveranstaltung mit Airbus vorzustellen, bevor diese ihren Weg ins All antreten. Experten von der IABG, Airbus, dem Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) und dem Jet Propulsion Laboratory (JPL) geben in spannenden Fachvorträgen Einblicke in die Mission und die durchgeführten Versuche. Im Anschluss an die Vorträge haben die Gäste Gelegenheit, die Satelliten im Raumfahrtzentrum der IABG zu besichtigen.

    In ihrem Raumfahrtzentrum hat die IABG in einem umfangreichen Testprogramm die beiden baugleichen Satelliten für ihren Einsatz im All qualifiziert. Hierzu gehörten der Nachweis der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV), Weltraumsimulationstests sowie umfassende mechanische Tests. Die Versuche hat die IABG im Auftrag von Airbus binnen eines Jahres durchgeführt.

    Der weitere Weg führt die Satelliten zur Vandenberg Air Force Base in Kalifornien. Von dort werden sie im Frühjahr kommenden Jahres in ihre 490 km hohe Umlaufbahn gebracht.

    GRACE-FO ist ein Folgeprojekt der ersten GRACE-Mission aus dem Jahre 2002. Bereits damals hat die IABG die Satelliten dieser Mission qualifiziert.

    Im Zuge der GRACE-FO Mission sollen zeitliche Veränderungen des Erdschwerefeldes bestimmt werden. Diese können unter anderem dazu genutzt werden, wichtige Indikatoren des Klimawandels, etwa das Abschmelzen polarer Eismassen, zu messen. Das Projekt steht unter der Leitung des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA. Bedeutende wissenschaftliche Beiträge zur Mission leistet das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam. Die Bodenkontrolle der Satelliten erfolgt vom GSOC in Oberpfaffenhofen aus.

    Weitere Informationen: www.iabg.de

     

     

     

  4. Die Siemens AG, Standort Duisburg, erstellt gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum für Infrastruktur von Mensch und Maschine (MuM) eine digitale Fabrik.

    Ziel ist es, mit dem "digitalen Zwilling" des Werks die Effizienz beim Auf- und Abbau der Testszenarien zu verbessern und durch das Computermodell Planungszeit, Kosten und Qualität zu steigern. Nach umfangreichem Laserscanning zur Aufnahme des Baubestands werden die Geometriedaten nach und nach komplett dreidimensional aufgebaut und mit großen Mengen an Sachdaten angereichert.

    Die Siemens AG betreibt am Standort Duisburg ein Mega-Testcenter für die Öl- und Gasindustrie. Hier entstand u.a. der Neubau des weltweit größten Testzentrums zur Erprobung großer Verdichterstränge für die Verflüssigung von Erdgas.

    Weitere Informationen: www.mum.de

     

     

     

  5. Bentley Systems kündigt als ersten Schritt seiner Partnerschaft mit Siemens Energy Management Division neue Anwendungen für Energieversorger und Industriekraftwerke an. Diese gemeinschaftlich entwickelten Anwendungen unterstützen die Anwender durch eine Erweiterung der Netzwerkmanagement-, Planungs- und Betriebsanwendungen von Bentley. Die neue, integrierte Analyse, die Designoptimierung und die Entscheidungsunterstützung für verteilte Energieressourcen (Distributed Energy Resource, DER) tragen dazu bei, Kosten zu senken, die Zuverlässigkeit zu verbessern und die Ausfallsicherheit zu erhöhen – in Reaktion auf globale Marktveränderungen.

    Bildnachweis: Mit freundlicher Genehmigung von Bentley Systems
    Ein paralleler Vergleich des Zeitplans zeigt den geplanten gegenüber dem tatsächlichen Fortschritt. Bildnachweis: Mit freundlicher Genehmigung von Bentley Systems

    Im Rahmen dieser Initiative werden die OpenUtilities-Anwendungen von Bentley Systems in das Power System Simulation (PSS)-Paket von Siemens integriert. Bentley und Siemens integrieren ihre Produkte, sodass ihre Funktionen in einer einzigen, vereinheitlichten Anwendung zur Verfügung stehen. Die daraus resultierende Lösung kombiniert das Know-how von Bentley im Bereich Infrastrukturdesign und Engineering mit den Lösungen von Siemens für die wirtschaftliche, zuverlässige und intelligente Übertragung und Verteilung elektrischer Energie. Unter anderem werden die folgenden neuen Funktionen unterstützt:

    Integrierte Analyse, die die Verwaltung des Geodatennetzwerks nutzt, um Designern, Planern und Ingenieuren ein gemeinsames Modell an die Hand zu geben, um damit Fehler und Redundanzen in aktuellen getrennten Prozessen maßgeblich zu reduzieren.

    Entwurfsoptimierung für dreiphasige unsymmetrische Netze unter Berücksichtigung der Auswirkungen verteilter Energieressourcen. Damit können Planer realisierbare und kostengünstige Entwürfe erstellen und kostspielige Fehler und negative Auswirkungen auf Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit im Zusammenhang mit DER/erneuerbaren Energiequellen vermeiden.

    Die verteilte Entscheidungsunterstützung für Energieressourcen von OpenUtilities wird als Cloud Service zur Verfügung stehen, um Unternehmen bei der Beantwortung und Verwaltung von DER-Anschlussanfragen zu unterstützen, sowie die Zuverlässigkeit und die Ausfallsicherheit zu verbessern.

    „Der Trend zur Dezentralisierung in der Energiebranche stellt zwar einerseits für die Energieerzeuger und -anwender eine große Herausforderung dar, bietet andererseits aber auch eine große Chance. Unsere strategische Allianz mit Bentley Systems wird unseren Kunden helfen, dieses im Wandel befindliche Umfeld durch die Kombination unserer leistungsstarken Lösungen besser zu nutzen“, so Ralf Christian, CEO der Division Energy Management von Siemens.

    Vonnie Smith, Vice President, Utilities Asset Performance, Bentley Systems, erklärt dazu: „Wir freuen uns, Energieversorgern und Industriekraftwerkskunden dank dieser strategischen Partnerschaft mit Siemens einen neuen Mehrwert bieten zu können. Durch eine vernetzte Datenumgebung werden diese neuen Anwendungen den Energieversorgern und Betreibern dabei helfen, wichtige Informationen zu teilen, um das Potenzial ihrer Netzwerkmodelle für den stetigen Vorteil im täglichen Betrieb ihrer Unternehmen zu nutzen.“

    Über OpenUtilities

    OpenUtilities ist für Eigentümer/Betreiber vorgesehen, die die Infrastruktur ihrer Anlagen planen, bauen, verwalten und/oder betreiben. Mit OpenUtilities können diese Unternehmen die Verwaltung des Geodatennetzwerks integrieren und so planen, dass die räumlich verteilten Netzanlagen verwaltet werden können, eine thematische und räumliche Analyse möglich ist, Kartenprodukte erstellt werden können, sie konform zu den Vorschriften handeln und Arbeit planen können.

    Weitere Informationen: www.bentley.com/de

     

     

     

  6. Eröffnung des LGL-Forums in Stuttgart

    „Daten sind der Rohstoff der digitalen Gesellschaft. Die Qualität der Daten und ein guter Zugang zu ihnen sind entscheidende Größen. Das vom Landesamt für Geoinformationen und Landentwicklung aufgebaute Geoportal ist ein gelungener Beitrag zur Stärkung des digitalen Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Baden-Württemberg“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Montag (6. November) anlässlich der Eröffnung des LGL-Forums in Stuttgart.

    Das vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) angebotene LGL-Forum, an dem rund 300 Experten teilnehmen, sei eine seit Jahren anerkannte und wichtige Fach-Veranstaltung. In fünf Foren würden aktuelle Themen durch Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung im Kontext ihres Einsatzes in der Praxis und möglicher Potentiale vorgestellt und diskutiert.

    Minister schaltet neues Geoportal frei

    „Mit unserem neuen Geoportal Baden-Württemberg machen wir Karten und raumbezogene Daten aus allen Bereichen der Verwaltung für die Öffentlichkeit zentral im Internet nutzbar. Ab sofort können alle – Unternehmen, Wissenschaftler und Bürger – auf hochwertige Geodaten verschiedenster Fachdisziplinen an zentraler Stelle intuitiv und zügig zugreifen. Mit unserem neuen Geoportal setzen wir Maßstäbe“, erklärte der Minister. Mit einem Klick könnten die Geodaten der Vermessungs- und Geoinformationsverwaltung in Karten oder Luftbildern visualisiert werden: Berge, Flurstücke oder Gebäude – alles in hoher Qualität. Mit einem weiteren Klick könnten die Daten anderer Fachbereiche zugeschaltet und in interaktiven Karten kombiniert werden.

    „Das Geoportal fügt sich in die aktuelle Initiative des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ‚geo-goes-digital@bw‘ ein. Sie ist ein wichtiger Baustein der von der Landesregierung verabschiedeten Landesstrategie ‚digital@bw‘“, erklärte der Minister.

    Hintergrundinformationen:

    Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) hat das Geoportal im Auftrag des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) entwickelt.

    Das Geoportal bildet den Zugangsknoten zur Geodateninfrastruktur Baden-Württemberg (GDI-BW). Aufbau und Betrieb der GDI-BW werden seit 2007 in einem interministeriellen Begleitausschuss mit Beteiligung von Kommunen, Wirtschaftsverbänden und Hochschulen unter Leitung des MLR abgestimmt.

    Das Forum Geoinformation und Landentwicklung wird vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung alle zwei Jahre veranstaltet. Dieses Jahr stand die Nutzung von Positionierungssystemen, die satellitengestützte Fernerkundung in der Verwaltung, die landesweite Einführung neuer Koordinaten und Höhen, die Chancen der Landentwicklung für ländliche Gemeinden sowie die Integration der Kommunen in eine umfassende Geodateninfrastruktur im Fokus.

    Die Adresse des Geoportals lautet: www.geoportal-bw.de.

    Weitere Informationen zur Arbeit des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung finden sich unter www.lgl-bw.de.

     

     

     

  7. Die innovative, auf Satellitennavigation basierende Lösung SORUS erschließt die Navigation mit dem Galileo Public Regulated Service (PRS) einem breiteren Nutzerspektrum. Die Gewinneridee reduziert die Sicherheitsanforderungen und Kosten für Galileo PRS pro Nutzergerät erheblich. Der Gesamtsieger SORUS wurde zudem mit dem Spezialpreis des deutschen Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ausgezeichnet und siegte bei der Bavaria Challenge.

    SORUS, eine Sicherheitsanwendung, die Global Navigation Satellite Systems (GNSS) nutzt, wird Gesamtsieger der European Satellite Navigation Competition (ESNC) 2017. Polizei, Sondereinsatzkräfte und andere autorisierte Galileo PRS-Nutzer können mit dieser Anwendung ihre Drohnen mit einer sicheren, vertrauenswürdigen und manipulation-resistenten Positionierungslösung ausrüsten.

    SORUS ermöglicht den Empfängern der Nutzer, Galileo PRS-Positionen zu vorgegebenen Zeitpunkten zu berechnen, und bietet Schutz vor Störsendern und Manipulation. Das System umgeht sämtliche Schwachstellen konventioneller PRS-Empfänger und server-basierter Techniken. Unter anderem benötigt der Empfänger des Nutzers kein PRS-Sicherheitsmodul, und auch Größe, Gewicht und Stromversorgung der Drohne erweisen sich als unproblematisch. Vor den Missionen speichert die Anwendung kurze Sequenzen mit Galileo PRS Pseudo Random Noise (PRN) Code-Chips auf den Empfängern der Nutzer. Diese sind zeitlich und räumlich begrenzt und nur für die jeweilige Mission gültig. Die Entwickler von SORUS sind Alexander Rügamer von Fraunhofer IIS und Dr. Jan Wendel von Airbus Defence and Space.

    „Ich bin höchst erfreut darüber, wie clever der ESNC Gesamtgewinner Galileo PRS nutzt und welcher Mehrwert dadurch im Hinblick auf Nutzerbedarf und Innovationslevel entsteht. Alle 26 ausgezeichneten Anwendungen beim ESNC präsentieren neue Produkte und Dienstleistungen, die die Raumfahrtbranche weiter voranbringen“, so Thorsten Rudolph, Geschäftsführer des AZO, Organisator des ESNC.

    Hochrangige Vertreter aus Industrie und Institutionen wie der Agentur für das Europäische GNSS (GSA), der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem deutschen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und dem Europäischen Ausschuss der Regionen (AdR) würdigten bei der Preisverleihung 25 weitere Business Cases und Challenge-Gewinner. Zusätzlich zeichneten 20 Partner-Regionen auf dem gesamten Globus die besten Wettbewerbsbeiträge aus.

    Carlo des Dorides, Direktor der Europäischen GNSS Agentur (GSA): „Der ESNC beweist sich erneut als effektiver Scouting- und Unterstützungsmechanismus für neue europäische Applikationen im Bereich Satellitennavigation. Die GSA ist stolz darauf ein langjähriger Partner dieser nützlichen Initiative zu sein. Angelehnt an diesen Wettbewerb, treiben die neuen Applikationen das Wachstum und den Gebrauch von GNSS Technologie voran.“

    Im Einklang mit der europäischen Weltraumstrategie und den Zielen im Rahmen der 60-Jahr-Feier der EU sucht der ESNC
    permanent nach den besten Geschäftsideen rund um GNSS. Der Innovationswettbewerb fördert und unterstützt Startups mit dem langfristigen Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit Europas mit Hightech-Lösungen in der Raumfahrtbranche zu verbessern. Zusätzlich managed die AZO Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen das europaweit erste E-GNSS Accelerator Programm, das von der EU-Kommission finanziert wird. Das Programm bietet den besten drei teilnehmenden Startups Zugang zu speziellen Inkubationsprogrammen im Wert von 180.000 Euro in einem Gründungszentrum ihrer Wahl aus dem ESNC-Netzwerk, das sich über ganz Europa erstreckt.

    Die ESNC-Preisverleihung fand vor internationalem Publikum während der European Space Week 2017 in Tallinn, Estland als Teil der Satellite Masters Conference & Horizon 2020 Space Info Day statt.

     

     

     

  8. Die WPK Wissenschaftspressekonferenz e.V. wurde vom Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler BDG mit dem „Stein im Brett“ geehrt.
    Bild von Gunnar Ries
    Bild von Gunnar Ries: Andreas Hagedorn (l), Vorstandsvorsitzender des BDG, verleiht den Stein im Brett an Martin Schneider (r) als Vertreter der WPK

    In der Begründung heißt es „Die WPK Wissenschaftspressekonferenz und ihre Mitglieder verfolgen seit Jahrzehnten hohe ethische Ansprüche bei ihrer journalistischen Tätigkeit. Durch eine vielfältige, hervorragend recherchierte und der Wahrheit verpflichtete Berichterstattung aus allen Wissenschaftsbereichen verschafft die WPK auch und insbesondere den Geowissenschaften Geltung.“

    Der Preis wurde im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung zur Messe GEC Geotechnik expo & congress am 25. Oktober 2017 in der Offenburger Baden-Arena verliehen und dem Vorsitzenden der WPK, Martin Schneider, überreicht. Die Laudatio hielt der Vorsitzende des BDG Andreas Hagedorn.

    Martin Schneider führt dazu aus, dass sich die derzeitige Krise der Medien auch in den Wissenschaftsresorts zeigt. Die WPK als berufsständische Vertretung der Wissenschaftsjournalisten bemüht sich daher um einen verstärkten Erfahrungsaustausch und erleichtert den Zugang zu wissenschaftlichen Fakten. In diesem Zusammenhang hat die WPK 2015 das science media center initiiert: hier werden wissenschaftliche Fakten zu aktuellen Geschehnissen zusammengestellt und Journalisten als Recherchequelle und Zitate-Pool für ihre Berichterstattung zur Verfügung gestellt.

    Seit 2002 verleiht der BDG den „Stein im Brett“ an Personen und Organisationen, die sich um die Geowissenschaften verdient gemacht haben, ohne selbst Geowissenschaftler zu sein. Neben der WPK waren z.B. auch der Zoo Leipzig, Ranga Yogeshwar sowie der Autor Frank Schätzing unter den Preisträgern.

    Weitere Informationen: www.geoberuf.de

     

     

     

  9. Die Klimaschutzkarte Deutschland der Abteilung Geoinformatik der Universität Heidelberg informiert über lokalen nachhaltigerem Konsum, erneuerbare Energie, klimafreundliche Mobilität und weitere Aspekte zum Thema Klimaschutz in der Region. Interessierte Nutzer der Karte können das Bewusstsein hierfür stärken, indem sie entsprechende Orte in OpenStreetMap (OSM) eintragen.

    Klimaschutz in der Umgebung

    Die Gestaltung einer Stadt oder Gemeinde beeinflusst das Verhalten der Einwohner. Je größer das Angebot für klimafreundliche Handlungsweisen ist, desto einfacher wird es Einwohnern fallen Ihren eigenen Lebensstil entsprechend zu gestalten. Die im Rahmen des Reallabors „Urban Office“ entwickelte Klimaschutzkarte macht gute Beispiele und Angebote, die klimafreundliches Verhalten in der Stadt und Umgebung unterstützen sichtbar und bietet jedem die Möglichkeit neue oder in der Karte noch fehlende Angebote und Beispiele selbständig über OpenStreetMap nachzutragen. Durch die räumliche Verortung, werden einzelne Regionen vergleichbar und ein stärkeres Bewusstsein bei den Bürgern zu Klimaschutz und Energiewende geschaffen.

    Bessere Informationen sind der erste Schritt für die richtige Aktion. Jeder Bewohner einer Region kann durch einen nachhaltigeren Lebensstil zum Klimaschutz beitragen. Die Klimaschutzkarte Deutschland hilft dabei, indem sie zeigt, wo z.B. gesunde Bio-Lebensmittel, erneuerbare Energien oder Geschäfte zur Reparatur von kaputten Gegenständen zu finden sind anstatt diese in den Müll zu werfen. Anwender können lokales Wissen über die fünf identifizierten Dimensionen des Klimaschutzes in OpenStreetMap einbringen und so helfen alle für diese wichtigen gesellschaftlichen Themen zu sensibilisieren.

    Die fünf Hauptdimensionen, die von der Karte bereitgestellt werden, sind im Moment die Folgenden. Dabei kann jede Kategorie mehrere Informationsebenen umfassen (vgl. Karte):

    - Energiepolitik (z. B. Initiativen und Vereine)

    - Energieversorgung (z. B. Biogas-Kraftwerke, Gasspeicher, geothermische Anlagen etc.)

    - Wohnen und Bauen (Proxy für Heizbedarf: Gebäudefläche zu Volumenverhältnis, derzeit nur für Heidelberg)

    - Mobilität und Verkehr (z. B. Fahrradverleihstationen, E-Mobilitäts-Ladestationen, Car-Sharing-Plätze usw.)

    - Konsum und Ernährung (z.B. Bioläden, Second-Hand Shops oder Reparaturwerkstätten)

    Die Klimaschutzkarte Deutschland wurde von der Abteilung Geoinformatik der Universität Heidelberg in Zusammenarbeit mit dem ifeu Heidelberg (Institute für Energie und Umwelt) erstellt und vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert. Die aktuelle Karte deckt bisher nur Deutschland ab, soll aber im Rahmen weiterer Arbeiten auf Europa bzw. weltweit erweitert werden.

    Weitere Informationen: klimaschutzkarte.de

     

     

     

  10. "Und irgendwo dazwischen: Ich, auf diesem Staubkorn, genannt Erde." (Nevfel Cumart)

    Die globalisierte Gesellschaft vergisst nur allzu gern, wie fragil unser System Erde ist und wie leicht es durch Naturkatastrophen getroffen werden kann. Allein tragische Ereignisse machen diese Verwundbarkeit immer wieder bewusst – wie beispielsweise der Tsunami im Indischen Ozean an Weihnachten 2004: Es war eine der größten Naturkatastrophen des 21. Jahrhunderts und begann am Morgen des 26. Dezember 2004 nahe der Insel Simeuluë im indischen Ozean: In 30 Kilometern Tiefe gab es ein gewaltiges Erdbeben mit einer Magnitude von 9,3. Es war das drittstärkste aller bislang registrierten Beben. Auf einer Länge von 1200 Kilometern kam es zu enormen Verwerfungen und unvorstellbare Wassermassen gerieten in Bewegung.

    Foto: U.Wille
    v.l.: Hagen Graeff (Laudator), Jörn Lauterjung (Preisträger) und Wilfried Grunau (VDV-Präsident) – Foto: U.Wille

    Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 800 Kilometer pro Stunde schoben sich Billionen Tonnen Wasser kaskadenartig gegen die Küste und vernichteten Häuser, Dörfer und Städte. Mehr als 250.000 Menschen in vier-zehn Ländern verloren ihr Leben, 5 Millionen Menschen bedurften der sofortigen Hilfe und 1,8 Millionen wurden obdachlos. Im Osten des Epizentrums wurden Indonesien, Malaysia und Thailand ohne Vorwarnung von den Wassermassen getroffen – im Westen erreichten die Flutwellen Sri Lanka und Indien, überspülten die Malediven. Ihre zerstörerische Kraft reichte bis nach Somalia. Gut sechs Stunden brauchte das Wasser vom ersten Beben bis an die afrikanische Küste. Zeit genug, die Menschen zu warnen, sollte man meinen. Doch weil es kein funktionierendes Warnsystem gab, weder eingeübte Notfallpläne noch trainierte Katastrophenschützer, rissen die Fluten die Menschen auch Stunden nach dem ersten Beben ahnungslos in den Tod. Seither ist der Begriff Tsunami in der Weltöffentlichkeit zum Synonym für Schrecken geworden.

    Deutschland und die internationale Staatengemeinschaft reagierten mit sofortiger Unterstützung. Über die sofortige Flutopferhilfe hinausgehend, erteilte die Bundes-regierung der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren unter Federführung des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ den Auftrag zur Entwicklung eines Tsunami-Frühwarnsystems für den Indischen Ozean. Zum Projektkoordinator dieses „German-Indonesian Tsunami Early Warning System (GITEWS)“ wurde Dr. Jörn Lauterjung bestellt.

    Aufgrund der besonderen Bedingungen Indonesiens mit seinen extrem kurzen Vorwarnzeiten konnte das Projektteam nur bedingt auf die Erfahrungen bisher existierender Frühwarnsysteme zurückgreifen Letztlich führte diese Herausforderung zur Entwicklung eines der modernsten Tsunami-Warnsysteme der Welt.

    Für seine herausragenden Aktivitäten im Rahmen der Projektkoordination zur Entwicklung des Tsunami-Frühwarnsystems im Indischen Ozean ist Dr. Jörn Lauterjung daher am 3. November 2017 in Rahmen einer Festveranstaltung stellvertretend für sein gesamtes Team vom Verband Deutscher Vermessungsingenieure (VDV) mit dem GOLDENEN LOT ausgezeichnet worden.

    Herzlichen Glückwunsch zu dieser besonderen Auszeichnung!

    Weitere Informationen: www.VDV-online.de