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  1. Der öffentliche Verkehr verliert an Boden, die Bedeutung individueller Transportmittel, insbesondere des privaten PKW, steigt. Das sind die zentralen Erkenntnisse der zweiten Befragung des Instituts für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Anhand einer repräsentativen Befragung von 1.000 Personen im Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli 2020 hat das DLR untersucht, wie sich die Corona-Pandemie mit inzwischen gelockerten Maßnahmen auf das Mobilitätsverhalten auswirkt. Eine erste Befragung hatte während des Lockdowns im April 2020 stattgefunden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen mit der zweiten Erhebung den mittel- und langfristigen Auswirkungen der Corona-Krise auf Einstellungen und Verhalten im Mobilitätsbereich untersuchen.

    Symbolbild. Credit: Pexels/Anna Shvets
    Symbolbild. Credit: Pexels/Anna Shvets

    Chancen und Risiken für Verkehrswende

    "Es zeichnet sich ab, dass es ein ‚Wie davor‘ nicht geben wird. Die Frage ist vielmehr, wie die neue mobile Normalität aussehen wird. Im Ausnahmezustand erprobte Verhaltensweisen haben sich eingeprägt und beeinflussen neue Routinen", fasst Prof. Barbara Lenz, Direktorin des DLR-Instituts für Verkehrsforschung, zusammen. Diese Veränderungen sind mit Chancen und Risiken für das Gelingen der Verkehrswende verbunden. "Die Menschen probieren umweltfreundliche Alternativen aus, nutzen zum Beispiel das Fahrrad. In einigen Städten sind sogenannte Popup-Radwege entstanden, die das unterstützen. Durch das Arbeiten im Homeoffice entfällt der Weg zur Arbeit." Gleichzeitig fände, so Lenz weiter, eine Rückbesinnung auf individuelle, weniger nachhaltige Verkehrsmittel statt: "Das eigene Auto geht als deutlicher Gewinner aus der Corona-Krise hervor, der öffentliche Verkehr als Verlierer. Auch nachhaltige Mobilitätskonzepte wie das Carsharing sind geschwächt. Der Weg zur Verkehrswende ist dadurch weiter geworden. Denn für ihren Erfolg ist ein starker öffentlicher Verkehr notwendig. Hierauf sollte in Zukunft ein deutliches Augenmerk liegen".
    Trotz Normalisierung: Befragte nehmen Mobilität als eingeschränkt wahr

    Die Analyse von Mobilfunkdaten legt nahe, dass das Verkehrsaufkommen zum Zeitpunkt der zweiten Erhebung weitgehend das Niveau vor der Corona-Krise erreicht hat. Die individuelle Wahrnehmung der Befragten ist eine andere: 43 Prozent geben an, in den letzten sieben Tagen weniger oder sehr viel weniger unterwegs gewesen zu sein als sonst üblich. Rund die Hälfte sagt, dass sich ihr Wegeaufkommen normalisiert hat.

    Die Verkehrsmittel sind unterschiedlich stark betroffen: Rund zwei Drittel geben an, genauso häufig mit Fahrrad, Auto oder zu Fuß unterwegs zu sein. Rund die Hälfte erklärt jedoch, seltener und zum überwiegenden Teil viel seltener die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Dies deckt sich mit den deutlich gesunkenen Fahrgastzahlen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr.

    Weiterhin: Auto mit Wohlfühlfaktor, ÖPNV als Verlierer

    In der ersten und zweiten Befragung verbinden die Teilnehmenden sehr unterschiedliche Gefühle mit den Verkehrsmitteln: Großes Unbehagen äußern sie gegenüber Bahn, Flugzeug, Carsharing und dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Besonders unwohl fühlen sich die Befragten im Flugzeug (31 Prozent), gefolgt von Bahn und ÖPNV (25 Prozent). Allerdings ist bei Personen, die häufig den ÖPNV nutzen, das Unbehagen besonders stark ausgeprägt. Frauen sind dabei kritischer als Männer. Besonders unwohl fühlen sich auch junge Menschen und Städter. "Das ist eine bedenkliche Entwicklung. Denn das sind genau die Gruppen, die im Alltag den öffentlichen Nahverkehr häufig nutzen. Der ÖPNV gehört damit zu den großen Verlierern der Krise", bilanziert DLR-Forscherin Barbara Lenz.

    Das Auto ist weiterhin mit einem deutlichen Wohlfühlfaktor verknüpft. Dieser ist im Sommer weniger stark ausgeprägt als im Frühling, aber nach wie vor deutlich vorhanden. 80 Prozent geben keine Veränderung an, 16 Prozent fühlen sich deutlich wohler. Im Lockdown hat rund ein Drittel der Personen aus Haushalten ohne Auto den eigenen PKW vermisst. Dieser Wert ist auf ein Fünftel zurückgegangen. Fast 60 Prozent der Nutzerinnen und Nutzern von öffentlichen Verkehrsmitteln geben an, dass ihnen das eigene Fahrzeug fehlt. Von den Befragten, die im Alltag Fahrrad fahren, sind es nur 13 Prozent. Die Absicht von Personen aus Haushalten ohne Auto, ein solches zu kaufen, bleibt bei sechs Prozent. Bei knapp drei Viertel davon steht die Kaufabsicht in Zusammenhang mit Corona.

    Bedeutung des Online-Handels steigt weiter

    Bei der zweiten Befragung im Juni und Juli gaben die teilnehmenden Personen an, ähnlich häufig Geschäfte für den täglichen Bedarf aufzusuchen wie vor der Corona-Zeit. Allerdings fühlen sich viele dabei nach wie vor unwohl. Zwei von drei stimmten der Aussage zu, dass ein Einkaufsbummel aktuell weniger Spaß mache. Das umfangreiche Ausweichen auf Online-Einkäufe hält an: 82 Prozent hatten in den vier Wochen vor der Umfrage online eingekauft, vor der Pandemie waren dies nur knapp die Hälfte. Vor allem jüngere Erwachsene bis 35 Jahre kaufen sehr häufig online ein, fast die Hälfte davon mindestens vier Mal im letzten Monat. Ein Drittel aller Teilnehmenden geht davon aus, dass sie auch in einem Jahr noch häufiger online shoppen werden.

    Freizeit im Corona-Sommer

    Im Vergleich zu den Sommermonaten des Vorjahres gaben die Befragten an, Freizeitaktivitäten deutlich seltener durchgeführt zu haben. Diese Zurückhaltung bezieht sich auf Großveranstaltungen, aber auch auf den Besuch von Restaurants, kulturellen Veranstaltungen sowie sportliche Aktivitäten. Hingegen wurden Freizeitinhalte, bei denen es unwahrscheinlich ist, auf viele Menschen zu treffen, ähnlich oft ausgeübt. Rund die Hälfte gab an, sich besonders bei Aktivitäten in geschlossenen Räumen unwohler oder deutlich unwohler zu fühlen als vorher.

    Arbeitsmobilität: Trend zum Homeoffice setzt sich fort

    Nach wie vor arbeiten viele der Befragten von zu Hause. Fast vierzig Prozent der Berufstätigen unter den Teilnehmenden an der Studie berichten, dass sie teilweise oder immer von zu Hause arbeiten. Sie handhaben dies allerdings flexibler als bei der ersten Studie im April. 75 Prozent der Befragten mit der Möglichkeit zu Homeoffice bewerten dies als positiv. Gegenüber dem Frühling ist diese Zahl um 15 Prozent gestiegen. Der Anteil der Personen, die sich vorstellen können, langfristig vermehrt von zu Hause zu arbeiten hat im Vergleich zum April zugenommen: von 59 Prozent auf 70 Prozent.

    Zur Studie

    Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Stichprobe von 1.000 Personen in Deutschland im Alter zwischen 18 und 82 Jahren. Das Erhebungsinstitut Kantar führte die Befragung im Auftrag des DLR-Instituts für Verkehrsforschung im Zeitraum von 29. Juni bis 8. Juli 2020 durch. Die Mobilitätsexpertinnen und -experten des DLR planen im Herbst eine dritte Erhebungsphase. Ziel ist es, mittel- bis langfristige Veränderungen im Mobilitätsverhalten und in den Einstellungen zu den unterschiedlichen Verkehrsmitteln weiter zu untersuchen.

    Mehr Infos zur Studie sowie weitere Zahlen und Grafiken finden Sie hier.
     

     

  2. Digitale Infrastrukturmodelle sind die Voraussetzung für ein zukunftsorientiertes, BIM-basiertes Erhaltungsmanagement von Verkehrsinfrastruktur. Das Institut für Baumanagement und Digitales Bauen (ICoM) der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover und das Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik erarbeiten nun gemeinsam mit Marx Krontal Partner (MKP GmbH) einen Prozess, mit dem sämtliche vorhandene Bestandsdaten der bundesdeutschen Bahninfrastruktur mit zusätzlich erhobenen geometrischen Messdaten in einem digitalen BIM-Bestandsmodell zusammengeführt werden sollen.

    Das laufende Projekt mdfBIM wird im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) mit insgesamt 95.000 Euro (ICoM ca. 31 Tsd. EUR, Fraunhofer IPM ca. 39 Tsd. EUR, MKP ca. 33 Tsd EUR) durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

    Umfassende digitale Bauwerksdaten ermöglichen eine vorausschauende und wirtschaftliche Instandhaltung der Infrastruktur. Während neu erstellte Bauwerke heute zunehmend nach der BIM-Methode (Building Information Modeling) geplant werden, sind digitale Daten für bestehende Bauwerke in der Regel nicht verfügbar. Ein digitales Bestandsmodell für die Gesamtheit der zum Teil jahrzehntealten deutschen Infrastrukturbauwerke rückwirkend zu erstellen, birgt einige Herausforderungen: Eine riesige Menge an Planungs- und Zustandsdaten liegt in unterschiedlichen Formaten und an unterschiedlichen Orten vor – die DB Netz AG pflegt allein über 4,6 Millionen Bestandspläne. Neben analogen Plänen existieren teildigitalisierte Unterlagen wie Bilder, Gutachten oder Monitoringdaten sowie in Datenbanken verwaltete Informationen. Hinzu kommt, dass nicht das gesamte Streckennetz lückenlos
    dokumentiert ist.

    Geometrische Messdaten als Masterdatensatz

    Im Forschungsprojekt »mdfBIM (FKZ: 19F1060A)« erarbeiten die Projektpartner einen Prozess, der sämtliche vorhandene Daten homogenisiert und mit einem neu erstellten geometrischen Datensatz verschmelzt. Letzterer bildet den Ist-Zustand der Bauwerke ab und wird als Masterdatensatz für die Anreicherung mit bestehenden Informationen zugrunde gelegt. Die geometrischen Messdaten werden mithilfe eines von Fraunhofer IPM entwickelten kombinierten LiDAR- / Kamerasystems aus der Luft erfasst und liegen als georeferenzierte Punktwolke mit hoher räumlicher Auflösung vor. Für ein umfassendes digitales Modell müssen vorhandene Bauwerksdaten mit den aktuellen Messdaten verknüpft werden. Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung eines standardisierten Prozesses, der diese Integration teilautomatisiert gewährleistet. Dazu werden u.a. Algorithmen zur Datenhomogenisierung und -plausibilisierung entwickelt und im Zuge der Erstellung eines gesamthaften Prozessmodells Automatisierung-spotentiale identifiziert. Der Prozess wird modellhaft anhand einer zweigleisigen elektrifizierten Strecke und einem Brückenbauwerk erprobt.

    Über den mFUND des BMVI:
    Im Rahmen der Forschungsinitiative mFUND fördert das BMVI seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um datenbasierte digitale Anwendungen für die Mobilität 4.0. Neben der finanziellen Förderung unterstützt der mFUND mit verschiedenen Veranstaltungsformaten die Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Forschung sowie den Zugang zum Datenportal mCLOUD. Weitere Informationen: www.mfund.de



    •Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover (Institut für Baumanagement und Digitales Bauen ICoM), www.icom.uni-hannover.de (Projektkoordination)
    •Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM, Freiburg, www.ipm.fraunhofer.de
    •Marx Krontal Partner, MKP GmbH, Weimar, www.marxkrontal.com

    Projektzeitraum 01.06.2020, Laufzeit 10 Monate


     

     

  3. gis-report-news

    gis-report-news

    - der aktuelle E-Mail-Newsletter

    Ein Service von GEObranchen.de - mit GEOjobs.de -Stellenmarkt

    Ausgabe 16/2020 vom 23. September 2020

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    heute informieren wir Sie wieder über neueste Entwicklungen und Tendenzen aus der Geo-Branche. Weitere Informationen finden Sie wie immer aufwww.geobranchen.de“.

    Ein Gedanke vorab: „Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus.“Alexander von Humboldt

    Ihr Redaktionsteam des Harzer Verlags



    Unsere Themen heute:

     
    top 01
    01 Großer Erfolg für das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
    Das Exzellenzzentrum für Geodäsie der Vereinten Nationen kommt nach Deutschland
    Das Expertenkomitee der Vereinten Nationen für globales Geoinformationswesen (UN-GGIM) hat auf seiner diesjährigen Tagung den Zuschlag erteilt, das geplante Exzellenzzentrum der Geodäsie (Global Geodetic Centre of Excellence – GGCE) auf dem UN-Campus in Bonn einzurichten. Die Entscheidung ist eine Anerkennung der Leistungen des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG) und des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) auf dem Gebiet der Erdvermessung.
     
     
    02 INTERGEO und BIM-TAG DEUTSCHLAND vereinbaren Kooperation
    Building Information Modeling gewinnt immer mehr an Bedeutung
    Die Veranstalter der INTERGEO Conference und des BIM-TAG DEUTSCHLAND geben ihre Kooperation bekannt. Während die INTERGEO vor allem das Themenumfeld für Geoinformation, Geodaten und zukunftsweisende Anwendungen adressiert und sich mit „BIM und Infrastruktur“ einen weiteren Schwerpunkt aufgebaut hat, befasst sich der BIM-TAG DEUTSCHLAND mit Projekten im Hoch- und Tiefbau entlang der Wertschöpfungskette Planen-Bauen-Betreiben. Mit virtueller Konferenz und Messe beleuchten beide Events die Programmthemen aus der Perspektive der Transformation in die Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Die Vorteile für die zum Teil komplementären Zielgruppen eröffnen sich inhaltlich und organisatorisch: Besteht einerseits eine wachsende Notwendigkeit zur Vernetzung über die Projekt- und Gewerke-Grenzen hinaus, erhalten die Teilnehmer und Akteure beider Events anderseits gegenseitigen Zutritt: Am 12. und 13.10. beim BIM-TAG DEUTSCHLAND und vom 13. bis 15.10. bei der INTERGEO.
     
    top 03

    03 30 Jahre Deutsche Einheit und Vielfalt – Eine demografische und kartographische Zeitreise
    Deutschland – wie es sich seit 1990 entwickelt hat, zeigt ein Blick auf Karten und Luftbilder von damals und heute. Mehr als 66 Millionen Menschen im Westen Deutschlands und mehr als 16 Millionen im Osten verändern sich und verändern ihr Land. Die Menschen wohnen, arbeiten und leben, ziehen um, bauen, erschließen und renaturieren. Die geografischen und demografischen Spuren dieser Aktivitäten zeigen das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) und das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) in thematischen Karten, Luftbildern und historischen Landkarten im Vergleich von 1990 und heute. Auf Basis neuer kartographischer Daten werden dabei erstmals detaillierte regionale und lokale Vergleiche für diesen Zeitraum möglich. Die Ergebnisse sind in einer Broschüre zusammengefasst und in einer interaktiven Webanwendung abrufbar.
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    top 4

    04 Mit einem Minisatelliten die Erde beobachten: Ausschreibung des Deutschen CanSat Explorer Wettbewerbs 2020/21
    Ab sofort können sich Schülerinnen und Schüler für den diesjährigen Deutschen CanSat Explorer Wettbewerb bewerben, den das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt. Gesucht werden technikbegeisterte Jugendliche ab 14 Jahren, die im Team einen eigenen Minisatelliten bauen wollen. Aufgabe des Satelliten in der Größe einer Getränkedose ist die Erkennung von Objekten am Boden. Dafür werden die fertigen Satelliten im Frühjahr 2021 mit einer Rakete in eine Höhe von etwa einem Kilometer gebracht.
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    top 05

    05 Treibhausgase einsparen durch Holzbauweise
    Disy entwickelt mit der Ruhr-Universität Bochum ein „Holzbau-GIS“
    Im Rahmen des Forschungsprojekts „Holzbau-GIS“ untersucht das Karlsruher Unternehmen Disy Informationssysteme GmbH gemeinsam mit der Ruhr-Universität Bochum, wie sich kommunale Klimaschutzkonzepte mithilfe von Fachinformationssystemen verbessern lassen, wenn Holz verstärkt als Baumaterial eingesetzt wird.
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    Passiv 3D-Stereo Produktfamilie bekommt Zuwachs:
    Der neue 3D PluraView 24“ Full-HD Monitor
    Die innovative, passive Stereo-Monitor-Produktfamilie von Schneider Digital bekommt mit einem vierten Modell Zuwachs: Ab sofort gibt es das 3D PluraView Display auch in einem Kompaktgehäuse mit 24" Bildschirm-Diagonale und Full-HD Auflösung.
     
    adv06 Hexagons Einsatzleitsystem für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst in Rheinland-Pfalz
    Hexagons Safety & Infrastructure Division gab am 10.09.2020 bekannt, dass sich das Bundesland Rheinland-Pfalz, vertreten durch den Landesbetrieb Daten und Informationen (LDI), zur gemeinsamen Unterstützung der Polizei, Feuerwehren und Rettungsdienste für die branchenführende Einsatzleitsystem-Lösung von Hexagon entschieden hat. Der Auftrag umfasst die Umstellung auf ein zentrales und BOS-übergreifendes Einsatzleitsystem in den polizeilichen Leitstellen („Führungszentralen“), Polizeiinspektionen und in den Integrierten Leitstellen mit Zugriffsmöglichkeit auch für die Feuerwehreinsatzzentralen sowie eine mobile App-Plattform zur Kommunikation mit den Einsatzkräften. Durch die medienbruchfreie Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den Organisationen wird die Bearbeitung von über 6.000 Notrufen pro Tag deutlich optimiert.
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    Aufgrund der COVID-19 Pandemie haben wir uns entschlossen, das für den November angesetzte Training vollständig auf ein Online-Training umzustellen. Damit möchten wir Ihnen (und auch uns) Planungssicherheit gewährleisten und kurzfristige Absagen oder Terminverschiebungen vermeiden.
    Sie können wählen, ob Sie sich für Global Mapper, das LiDAR-Modul oder das Certified Training Global Mapper + LiDAR anmelden möchten. An insgesamt 6 Tagen mit Trainingseinheiten von jeweils 3 Stunden vermitteln wir einen intensiven Einblick in die Software und ermöglichen Ihnen, den vollen Funktionsumfang dieser Software zu nutzen.

    Informieren Sie sich unter www.globalmapper.de/training über das Programm und melden Sie sich möglichst rechtzeitig an - die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
     
    top 07

    07 Zukunft gestalten ist unsere Tradition: Erfolg der Wissenschaftsstadt Darmstadt im bundesweiten BMI-Wettbewerb „Smart Cities made in Germany“
    Oberbürgermeister Jochen Partsch: „Stadtentwicklung und Digitalisierung - jetzt noch stärker Hand in Hand“
    Unter dem Motto „Gemeinwohl und Netzwerkstadt/Stadtnetzwerk“ rief das Bundesministerium des Inneren, Bau und Heimat (BMI) im Frühjahr dieses Jahres die Städte und Kommunen auf, sich für die zweiten Staffel der Förderlinie „Modellprojekte Smart Cities“ zu bewerben. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt bewarb sich, bekam jetzt den Zuschlag – und damit eine finanzielle Förderung in Millionenhöhe aus dem Bundeshaushalt 2020 für ihre strategische Konzeption, wie sie sich über die Förderlaufzeit von sieben Jahren zur vernetzten Smart City Darmstadt weiterentwickelt. Damit geht auch das Erfolgskonzept der Digitalstadt Darmstadt in die nächste Runde – getreu dem Antragsmotto „Zukunft gestalten ist unsere Tradition“.
     
    08 Treffen Sie die VertiGIS auf der INTERGEO
    Wie immer dabei – diesmal digital
    Die Unternehmen der VertiGIS freuen sich, die internationale Geo-Community vom 13. bis 15. Oktober 2020 auf der INTERGEO 2020 Digital zu treffen. AED-SICAD, AED-SYNERGIS und Geocom stellen Ihnen gemeinsam GIS-Anwendungen auf Basis von Esri Technologie für öffentliche Verwaltungen, Unternehmen und Industrie vor. Die Highlights und Produktneuheiten präsentiert VertiGIS in diesem besonderen Jahr bequem per Klick. Wie immer besteht natürlich die Gelegenheit zum persönlichen Fachaustausch mit einem der führenden GIS-Lösungsanbieter in Europa.
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    Die Referenz der 3D-Stereo GEO/GIS-Monitore

    Flimmerfreie und hochaufgelöste Visualisierung für professionelles stereoskopisches Arbeiten

    Der 3D PluraView Monitor von Schneider Digital ermöglicht dem professionellen Anwender dank bewährter Beamsplitter-Technologie ein komfortables, ermüdungsfreies Arbeiten 3D-Stereo. Innovative, zuverlässige Technik ist die Grundlage für die präzise, pixelgenaue, stereoskopische Bildauswertung in höchster Qualität, selbst bei Tageslicht. Konzipiert ist der 3D-Monitor für den speziellen Einsatz in den unterschiedlichsten GEO-Branchen, wie z.B. Photogrammetrie, GIS/Mapping, Lidar 3D, Laserscanning, Öl- & Gas-Prospektion, Archäologie oder BIM & 3D-Stadtmodell-Visualisierung. Der 3D PluraView ist als Plug&Play System kompatibel zu allen gängigen Stereo-Software-Applikationen führender Hersteller wie z.B. Esri, Trimble, Hexagon, Agisoft, DAT/EM, Terrasolid u.v.a.

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    09 Eisige Details im Zentimetermaßstab: DLR-Kamera untersucht arktisches Meereis aus der Luft im Rahmen der MOSAiC-Expedition
    Das vom DLR entwickelte Kamerasystem MACS soll Aufnahmen im nah-infraroten sowie im thermalen Infrarotspektrum möglich machen
    Aktuell finden erstmals seit den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wieder Flüge der Forschungsflugzeuge Polar 5 und Polar 6 vom Flughafen Longyearbyen auf Spitzbergen in die zentrale Arktis statt. Beide Maschinen fliegen im Rahmen der MOSAiC-Expedition unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) zur Untersuchung von Atmosphäre und Meereis. Mit an Bord: die hochauflösende Luftbildkamera MACS(Modular Aerial Camera System) sowie Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Besonders interessiert die Forschenden, wie sich die Dicke des untersuchten Meereises entwickelt und wie die Veränderungen der Eisflächen besser sichtbar gemacht werden können. Die zudem beteiligten DLR-Atmosphärenforscher wollen herausfinden, auf welche Weise sich Wolken über dem Arktischen Ozean bilden.
     
    top 10

    10 INTERGEO DIGITAL mit card_1
    Die IB&T Software GmbH beteiligt sich an der INTERGEO DIGITAL vom 13.-15. Oktober 2020: „Wir sehen die digitale Ausrichtung der Messe als Chance und Herausforderung und freuen uns, allen Besuchern unsere aktuellen Lösungen am virtuellen Messestand zu präsentieren – allen voran unsere smart infra-modeling technology“, so lautet das aktuelle Statement der Geschäftsführer Harry Basedow und Uwe Hüttner.

     

     
    Geoevents

    11 Termine

    Aufgrund der aktuellen Situation rund um das Corona-Virus veröffentlichen wir die anstehenden GEOevents unter Vorbehalt.

    Veranstaltungsort: ONLINE
    29.09.2020IP SYSCON Baden-Württemberg 2020 I Veranstaltungsort: WTZ Tagungszentrum, Heilbronn
    13.10.2020 | INTERGEO 2020 I DIGITALE Veranstaltung
    Veranstaltungsort: ONLINE
    Weitere GEOevents finden Sie auf GEObranchen.de/GEOevents
     
     
    Geojobs
    12 Neue Stellenangebote und Stellengesuche auf GEOjobs
    Unsere Internet-Stellenbörse für die GEOberufe ist für Stellenanbieter aus der Wirtschaft, aus der öffentlichen Verwaltung oder aus dem Schul- und Hochschulbereich eine herausragende Plattform um zielgenau mögliche Bewerber zu treffen.

    Die Aufnahme Ihres Stellenangebots erfolgt zum Preis von € 498,-- zzgl. MwSt. Als besonderer Service erscheint Ihr Stellenangebot zusätzlich in Kurzform im nächsterreichbaren Newsletter gis-report-news. Stellengesuche von Privatpersonen werden bei uns kostenlos veröffentlicht.

    Möchten Sie ein Stellenangebot aufgeben?
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    Jobangebote:
    Geomatiker, Kartograph, Vermessungstechniker (w/m/d) als GIS-Fachkraft für Geodaten Stadt Nürnberg
    vom 22.09.2020
    GIS-Expertinnen / GIS-Experten (m/w/d) Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), Düsseldorf
    vom 18.09.2020
    Geschäftsbereichsleitung (m/w/d) Stadt Heidenheim an der Brenz
    vom 18.09.2020
    Data Analyst with Remote Sensing Expertise (m/f/d) UNIQUE, Freiburg / Home Office
    vom 18.09.2020
    Geoinformatiker/in / Vermessungsingenieur/in (m/w/d) Kommunales Rechenzentrum Niederrhein (KRZN), Kamp-Lintfort
    vom 18.09.2020
    Fachentwickler/in (m/w/d) Schwerpunkt: AFIS - Geodäsie, Geoinformatik, Informatik Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen, Hannover
    vom 18.09.2020
    Sachbearbeiterin/Sachbearbeiter für Geoinformationssysteme und Datenmanagement Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz,
    Dermbach / Rhön
    vom 18.09.2020
    Fachbereichsleiter (m/w/d) Landkreis Schwäbisch Hall
    vom 17.09.2020
    Geoinformatiker / GIS-Administrator (m/w/d) Stadt Kirchheim unter Teck
    vom 17.09.2020
    Software Consultant (m/w/d) für den Außendienst Barthauer Software GmbH, Braunschweig
    vom 17.09.2020
    GIS-Anwendungsadministrator (w/m/d) Netzinformationssysteme EnBW ODR, Ellwangen
    vom 10.09.2020
     


  4. Deutschland – wie es sich seit 1990 entwickelt hat, zeigt ein Blick auf Karten und Luftbilder von damals und heute. Mehr als 66 Millionen Menschen im Westen Deutschlands und mehr als 16 Millionen im Osten verändern sich und verändern ihr Land. Die Menschen wohnen, arbeiten und leben, ziehen um, bauen, erschließen und renaturieren. Die geografischen und demografischen Spuren dieser Aktivitäten zeigen das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) und das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) in thematischen Karten, Luftbildern und historischen Landkarten im Vergleich von 1990 und heute. Auf Basis neuer kartographischer Daten werden dabei erstmals detaillierte regionale und lokale Vergleiche für diesen Zeitraum möglich. Die Ergebnisse sind in einer Broschüre zusammengefasst und in einer interaktiven Webanwendung abrufbar.

    30 Jahre Deutsche Einheit und Vielfalt: „Männerüberhang“ in manchen Ost-Regionen
    30 Jahre Deutsche Einheit und Vielfalt: „Männerüberhang“ in manchen Ost-Regionen

    „Wendeschock“: Abwanderung im Osten, neue Bevölkerungsdynamik im Westen

    Nach der Wiedervereinigung erlebte der Osten zunächst einen gravierenden Einschnitt. Die Wirtschaft brach ein, zahlreiche Menschen verloren ihre Arbeit. Die gesellschaftlichen Verhältnisse im Osten änderten sich grundlegend. Aufbruchstimmung und Verunsicherung bestimmten die Gefühlslage. In der Folge verließen viele, vor allem junge und gut ausgebildete Menschen ihre Heimat gen Westen. Die Geburtenraten sanken für einige Jahre auf historische Tiefststände. Einige Regionen verloren erheblich an Bevölkerung. Davon profitierte der Westen demografisch und wirtschaftlich. Eine schon damals von Alterungsprozessen gezeichnete Bevölkerung erlebte eine „Verjüngung“. Viele junge Zugezogene aus Ostdeutschland belebten nicht nur lokale Arbeits- und Wohnungsmärkte, sie brachten auch eine neue Dynamik in die demografische Entwicklung in vielen Teilen Westdeutschlands. Zwischen 1990 und 2016 hat der Osten im Saldo mehr als 1,2 Millionen Personen durch Umzüge an den Westen verloren. Doch seit 2017 ist eine Trendwende zu beobachten: Zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung sind mehr Menschen aus Westdeutschland in die ostdeutschen Flächenländer gezogen als umgekehrt.

    Ein Zwischenfazit nach 30 Jahren Deutsche Einheit macht vor allem auf drei Entwicklungen aufmerksam:

    Ost- und Westdeutschland: Wechselseitige, nicht einseitige Annäherung

    Der Osten hat sich in vielerlei Hinsicht dem Westen angenähert. Heute liegt die Wirtschaftskraft im Osten bei 70 Prozent des Westens (2018, ohne Berlin), bei der Infrastrukturausstattung hat der Osten die Lücke großenteils geschlossen, die Binnenwanderung ist weitgehend ausgeglichen. Auch bei den Geburtenraten und der Lebenserwartung sind sich Ost und West heute ähnlich. Aber es gab auch Entwicklungen in die andere Richtung. Der Westen hat sich dem Osten angenähert, etwa bei der Erwerbsbeteiligung von Frauen und beim Ausbau der Kinderbetreuung. Früher bestehende Unterschiede haben sich verringert.

    30 Jahre Deutsche Einheit & Vielfalt

    Jedoch sind auch Entwicklungen zu beobachten, die auf die Entstehung oder Vergrößerungen von Unterschieden verweisen, zum Beispiel die Bevölkerungsstruktur nach Geschlecht. Insbesondere in den 1990er Jahren wanderten mehr Frauen als Männer aus Ostdeutschland ab. So gibt es in vielen ostdeutschen Regionen heute mehr Männer als Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren, ein neu entstandener „Männerüberhang“. Dieser wird aber wahrscheinlich auch in ein paar Jahrzehnten wieder der Vergangenheit angehören.

    Vielfach wird als Ursache für damalige und heutige Unterschiede zwischen Ost und West auf die Zeit der Zweistaatlichkeit zwischen 1949 und 1990 verwiesen. Diese Erklärung ist im Hinblick auf eine Reihe von Phänomenen stimmig. Allerdings zeigt ein Blick in die Vergangenheit, dass zahlreiche Unterschiede auch schon vor 1945 bestanden. Beispiele hierfür sind historische Unterschiede bei den nichtehelichen Geburten, dem Anteil der Selbstständigen oder der
    Frauenerwerbsbeteiligung.

    Der Direktor des BiB Prof. Dr. Norbert F. Schneider betont: „Regionale und demografische Disparitäten kennzeichnen Deutschland seit jeher. Sie entwickeln sich sehr dynamisch und sind nicht durch bloße Ost-West-Unterschiede zu erklären.“

    Insgesamt zeigt sich, dass die ostdeutschen Länder und Regionen ihre eigenen Besonderheiten bewahrt und ihr eigenes Profil ausgebildet haben. Vielfalt statt Einheitlichkeit prägt das Bild.

    Große Vielfalt innerhalb von „Ost“ und „West“

    Die Entwicklungen verdeutlichen auch, dass es heute kaum noch Sinn macht, demografisch und wirtschaftlich „vom Osten“ und „vom Westen“ zu sprechen. Die Disparitäten innerhalb von Ost und West sind teilweise beträchtlich und es gibt viele boomende Regionen im Osten. Hierzu zählen der Großraum Berlin sowie die Städte Dresden, Leipzig und Jena. Gleichzeitig gibt es in Westdeutschland Gebiete mit Bevölkerungsrückgängen, etwa Strukturwandelregionen im Ruhrgebiet und im Saarland.

    Disparitäten entfalten sich heute nicht primär entlang von Ost und West, auch nicht entlang von Zentrum und Peripherie, sondern entlang von prosperierenden und sich im Strukturwandel befindlichen Regionen.

    Entwicklungen der Regionen: dynamisch und pulsierend

    Längerfristig angelegte Betrachtungen zeigen, dass regionale Entwicklungen selten einem starren Muster folgen, sondern meist von einem Auf und Ab geprägt sind. Aus aktuellen Trends lässt sich nicht zwingend auf längerfristige Entwicklungen schließen. Regionen, die heute zu den „Verlierern“ zählen, können schon bald eine sehr positive Entwicklung nehmen – und umgekehrt. Im 19. Jahrhundert war zum Beispiel der Süden Deutschlands wirtschaftlich abgehängt – heute ist er wirtschaftlich führend. Daher geht es darum, die Möglichkeiten und Umstände, die solche Trendwenden in der Vergangenheit ausgelöst oder beschleunigt haben, besser zu kennen und sie in aktuelles politisches Handeln vor Ort zu überführen.

    BiB-Forschungsdirektor Dr. Sebastian Klüsener betont: „Insgesamt zeigt der Blick in die Geschichte, dass viele Trendentwicklungen nicht von Dauer sind, sondern auch wieder Umkehrungen erfahren können. Dies gilt auch für regionale demografische Alterungsprozesse.“

    Interaktives Tool: Daten und ihre räumlichen Veränderungen greifbar machen

    Die Webanwendung www.bkg.bund.de/Zeitreise-30-Jahre-Deutsche-Einheit ist frei im Internet verfügbar. Interaktiv lassen sich die demografischen Daten auf Kartenbasis erleben und direkt vergleichen – bis hinunter auf die Ebene von Landkreisen. Historische Karten und Luftbilder zeigen im Vergleich zu aktuellen Satellitenbildern und Karten die Veränderungen in Städten und Landschaften.

    Dabei ist nicht nur der Ost-West-Vergleich relevant: Die interaktive Webanwendung bietet Stöbermöglichkeiten für alle Bürgerinnen und Bürger. Was hat sich in meiner Heimat getan? Welche baulichen, landschaftlichen und demografischen Veränderungen haben stattgefunden? Die Such- und Zoomfunktionen und insbesondere der sogenannte Slider ermöglichen einen gut verständlichen Zugang zu den Daten.

    „Die Veränderungen in Deutschland über die letzten 30 Jahre sind in den Karten deutlich sichtbar. Mit der interaktiven Anwendung lassen sich diese auf leicht zugängliche Weise nachverfolgen“, fasst Prof. Dr. Paul Becker, Präsident des BKG zusammen.

    Berlin: Alte Grenzen kaum noch sichtbar

    Am Beispiel von Berlin sind die Veränderungen besonders gut erkennbar. Auf alten Luftbildern vom Brandenburger Tor, der Invalidenstraße, der Oberbaumbrücke und der Sonnenallee sind der auch als „Todesstreifen“ bezeichnete ehemalige Grenzstreifen und die Grenzsperranlagen deutlich sichtbar. Aktuelle Aufnahmen offenbaren die baulichen Veränderungen, wie beispielsweise die unzähligen neuen Gebäude, die am Brandenburger Tor entstanden sind oder die komplette Neubebauung des Potsdamer Platzes. Der ehemalige „Todesstreifen“ ist kaum noch erkennbar.

    Ostdeutsche Landschaften im Wandel

    In die Anwendung wurde ebenfalls die letzte topographische Karte der DDR integriert – im Maßstab 1:200.000. Durch die früheren Kartenwerke können Änderungen der ostdeutschen Landschaften gut dokumentiert werden. Diese Veränderungen – beispielsweise rund um ehemalige Tagebaue – werden in Karten deutlich sichtbar. So wurde beispielsweise nach dem Ende des Braunkohletagebaus in der Region rund um Bitterfeld die Landschaft markant umstrukturiert. Die ehemaligen Senken wurden geflutet und heute gibt es hier große Seen und Naherholungsgebiete. Auswertungen des Gebiets der ehemaligen DDR offenbaren hierzu zwei prägnante Sachverhalte: Der Rückgang der Abbauflächen um 48 Prozent (-361 km²) und die Zunahme der Wasserflächen um 19 Prozent (+276 km²).

    Die nächsten 30 Jahre: Verringerung von Stadt-Land-Unterschieden möglich?

    In Deutschland gibt es aufgrund der relativ zentralen Lage in Europa und der dezentralen Siedlungsstruktur mit vielen regionalen Zentren im Vergleich zu anderen Ländern kaum stark abgelegene Regionen. Somit haben viele Regionen in Deutschland gute Entwicklungspotenziale. In Ostdeutschland liefern urbane Wachstumszentren wie etwa Berlin, Dresden und Jena bereits jetzt wichtige Impulse. Aktuelle soziale und technologische Entwicklungen lassen vermuten, dass auch Regionen abseits großer Zentren, wie sie in Ostdeutschland vielfach existieren, zukünftig als Wohn- und
    Arbeitsorte an Bedeutung gewinnen. Zu diesen Entwicklungen zählt der durch die Corona-Epidemie beschleunigte Trend zum Home-Office, der Menschen bei der Wohnortwahl unabhängiger macht. Dieser Trend wird durch den Ausbau des Breitbandinternets unterstützt. Auch Fortschritte bei der autonomen Mobilität bieten Potenzial, Stadt-Land-Unterschiede beim Zugang zu Dienstleistungen wie ÖPNV und der Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs zu reduzieren.

    Georeferenzierte Fachinformationen nehmen dabei einen immer größeren Stellenwert ein. In den vergangenen 30 Jahren haben sich die technischen Möglichkeiten zur Darstellung dieser Informationen rasant entwickelt. Hochaufgelöste Satellitenbilder, die schnelle nutzerspezifische Bereitstellung von Geoinformationen sowie die allgemeinverständliche Aufbereitung von Fachinformationen bieten heutzutage eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. Von der digitalen Webkarte über komplexe Auswertungen von räumlichen Informationen bis hin zu dreidimensionalen digitalen Abbildern der Wirklichkeit wie dem „Digitalen Zwilling“ – die Technik hat sich in den letzten Jahren stark verändert und wird sich auch in Zukunft weiter verändern und neue Möglichkeiten in diesem Bereich bieten.

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  5. Wie immer dabei – diesmal digital

    Die Unternehmen der VertiGIS freuen sich, die internationale Geo-Community vom 13. bis 15. Oktober 2020 auf der INTERGEO 2020 Digital zu treffen. AED-SICAD, AED-SYNERGIS und Geocom stellen Ihnen gemeinsam GIS-Anwendungen auf Basis von Esri Technologie für öffentliche Verwaltungen, Unternehmen und Industrie vor. Die Highlights und Produktneuheiten präsentiert VertiGIS in diesem besonderen Jahr bequem per Klick. Wie immer besteht natürlich die Gelegenheit zum persönlichen Fachaustausch mit einem der führenden GIS-Lösungsanbieter in Europa.

    Die Neuerung der GeoInfoDok mit Themen wie Landbedeckung und Landnutzung ist einer der Schwerpunkte am Messestand der VertiGIS. Die Unternehmensgruppe informiert zudem über responsive Lösungen im Bereich der Datennutzung, die Anwendung LEFIS für die Flurbereinigung und die Langzeitspeicherung (LZS) von Geodaten.

    Ebenfalls vertreten sind WebGIS- und Desktop-GIS Erweiterungen für Esri ArcGIS. Gäste können sich von den vielfältigen WebOffice-Anwendungsmöglichkeiten als Experten- oder Bürger-GIS überzeugen und erfahren, wie mit der Desktop-Erweiterung GeoOffice Bauleitpläne XPlan-konform umgesetzt werden können. Mit dabei ist auch die CAFM- und Infrastrukturlösung ProOffice. Mobiles Arbeiten im Außendienst etwa bei der Straßenkontrolle wird dabei voll unterstützt.
    Mit Angeboten zu Supply Chain und Risk Management & Business Continuity sowie Standort- und Pipelinemanagement stellt VertiGIS außerdem attraktive Lösungen für die Industrie vor.

    Spannend wird es auch für die Energie- und Wasserwirtschaft. Auf der INTERGEO erfahren Interessierte alles über VertiGIS Utilities, die von AED-SICAD und Geocom gemeinsam entwickelte neue Lösung auf Basis von ArcGIS Pro, ArcGIS Enterprise und des neuen Utility Networks von Esri. Mit dabei sind auch alle Neu- und Weiterentwicklungen der etablierten Lösungen GEONIS und UT for ArcGIS. Sie decken alle wichtigen Anforderungen für das Netzdaten- und Workforcemanagement der Sparten Gas, Elektro, Wasser, Fernwärme, Abwasser und Telekommunikation ab.

    Weitere Informationen: www.vertigis.com


     

     

  6. Das Exzellenzzentrum für Geodäsie der Vereinten Nationen kommt nach Deutschland

    Das Expertenkomitee der Vereinten Nationen für globales Geoinformationswesen (UN-GGIM) hat auf seiner diesjährigen Tagung den Zuschlag erteilt, das geplante Exzellenzzentrum der Geodäsie (Global Geodetic Centre of Excellence – GGCE) auf dem UN-Campus in Bonn einzurichten. Die Entscheidung ist eine Anerkennung der Leistungen des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG) und des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) auf dem Gebiet der Erdvermessung.

    Quelle: dpa/Geisler-Fotopress
    Quelle: dpa/Geisler-Fotopress

    Deutschland unterstützt mit der Einrichtung des GGCE den Aufbau einer dauerhaft weltweit staatlich abgestimmten geodätischen Infrastruktur für Anwendungen zur Erdbeobachtung und Navigation. So könnten zum Beispiel Veränderungen des Meeresspiegels oder Erdkrustenbewegungen in Zukunft viel effizienter und genauer erfasst werden. Zuverlässige Geoinformationen sind für viele Lebensbereiche und politische Entscheidungen unabdingbar.

    Im GGCE können die UN-Mitgliedsstaaten zusammenarbeiten und ihre Aktivitäten im Bereich Geodäsie aufeinander abstimmen und bündeln. Viele geodätische Fragestellungen wie die Satellitennavigation können nur global sinnvoll gelöst werden. Das GGCE wird insbesondere Entwicklungsländer bei der Verbesserung der nationalen Beiträge unterstützen und den offenen Austausch geodätischer Daten und Erdbeobachtungsergebnisse fördern. Die Details zur Einrichtung des GGCE werden nun mit den Vereinten Nationen geklärt. Ziel ist die Eröffnung des GGCE möglichst im ersten Halbjahr 2021. Mit dem GGCE manifestiert die Bundesregierung ihre Absicht, die Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung
    mitzugestalten.

    Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) wird durch seine weltweit anerkannte Kompetenz im Bereich der Geodäsie die Arbeit des GGCE fachlich unterstützen. Das BKG ist mit drei Observatorien auf drei Kontinenten federführend beim Aufbau des Netzes an Bodenstationen einer internationalen geodätischen Infrastruktur.


     

     

  7. Ab sofort können sich Schülerinnen und Schüler für den diesjährigen Deutschen CanSat Explorer Wettbewerb bewerben, den das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt. Gesucht werden technikbegeisterte Jugendliche ab 14 Jahren, die im Team einen eigenen Minisatelliten bauen wollen. Aufgabe des Satelliten in der Größe einer Getränkedose ist die Erkennung von Objekten am Boden. Dafür werden die fertigen Satelliten im Frühjahr 2021 mit einer Rakete in eine Höhe von etwa einem Kilometer gebracht.

    Credit: DLR (CC-BY 3.0)
    Dosensatelliten bereit für den Take-off. Credit: DLR (CC-BY 3.0)

    Über den CanSat Explorer Wettbewerb:

    In Zusammenarbeit mit Unternehmen und Institutionen der Luft- und Raumfahrtindustrie findet der CanSat Wettbewerb angesichts der Covid-19-Pandemie dieses Mal auf kontaktarme Weise statt, wobei das Können der Schülerinnen und Schüler mit einer besonderen Aufgabe herausgefordert wird.

    DLR (CC-BY 3.0)
    Start einer Rakete mit Can­Sats an Bord Credit: DLR (CC-BY 3.0)

    Ein CanSat Explorer Team besteht aus mindestens vier Jugendlichen und einer betreuenden Person. Im Laufe des Wettbewerbes soll das Team einen Minisatelliten in der Größe einer Getränkedose bauen, der mit Hilfe von Hardware wie z. B. Kameras unbekannte Objekte detektieren kann. Für den Bau ihres CanSats haben die Teams etwa sechs Monate Zeit.  Im Laufe des Wettbewerbes werden die Teams ihre Umsetzung der Missionsaufgabe in mehreren Berichten und vor den anderen Teams online präsentieren. Dies dient als Bewertungsgrundlage für die Jury von Fachleuten aus der Luft- und Raumfahrt. Im Frühjahr 2021 werden die gebauten Satelliten nach Bremen gesendet und auf dem Flugplatz Rotenburg (Wümme) mit einer Rakete auf etwa einen Kilometer Höhe gebracht. Dabei wird getestet, wie gut die einzelnen CanSats etwa mithilfe von Kameras verschiedene Objekte auf dem Boden des Flugplatzes erkennen können.

    Da die Minisatelliten nicht von den Teams selbst gestartet werden können, müssen die Schülerinnen und Schüler eine genaue Betriebsanleitung entwerfen. Auch die Auswertung der Aufzeichnungen und die Interpretation der Daten sind wichtige Aufgaben.  

    Weitere Informationen sowie die Richtlinien und das Bewerbungsformular sind auf www.cansat.de zu finden. Die Bewerbungsphase endet am 18. Oktober 2020.

    Alle Mitveranstalter, Förderer und Partner auf einen Blick:

    ArianeGroup, Auf Distanz, Bremen Airport, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), DSI Aerospace Technologie GmbH (DSI), Europäische Union über den European Regional Development Fund, Europäische Weltraumorganisation (ESA), European Space Education Resource Office Germany (ESERO Germany), Flugplatz Rotenburg (Wümme), Gymnasium Vegesack, Institut für Aerospace-Technologie (IAT) der Hochschule Bremen, moskito 360° Markenagentur, OHB Bremen,  Rocketronics, Ruhr-Universität Bochum, Senatorin für Kinder und Bildung, Silver Atena GmbH, Spacebenefit e.V., Technisches Bildungszentrum Mitte, VDI e.V. Bremer Bezirksverein, Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen.


     

     

  8. Building Information Modeling gewinnt immer mehr an Bedeutung

    Die Veranstalter der INTERGEO Conference und des BIM-TAG DEUTSCHLAND geben ihre Kooperation bekannt. Während die INTERGEO vor allem das Themenumfeld für Geoinformation, Geodaten und zukunftsweisende Anwendungen adressiert und sich mit „BIM und Infrastruktur“ einen weiteren Schwerpunkt aufgebaut hat, befasst sich der BIM-TAG DEUTSCHLAND mit Projekten im Hoch- und Tiefbau entlang der Wertschöpfungskette Planen-Bauen-Betreiben. Mit virtueller Konferenz und Messe beleuchten beide Events die Programmthemen aus der Perspektive der Transformation in die Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Die Vorteile für die zum Teil komplementären Zielgruppen eröffnen sich inhaltlich und organisatorisch: Besteht einerseits eine wachsende Notwendigkeit zur Vernetzung über die Projekt- und Gewerke-Grenzen hinaus, erhalten die Teilnehmer und Akteure beider Events anderseits gegenseitigen Zutritt: Am 12. und 13.10. beim BIM-TAG DEUTSCHLAND und vom 13. bis 15.10. bei der INTERGEO.

    „Die INTERGEO Digital 2020 ist als wichtigste Plattform der Geocommunity erstmals in CONFERENCE und EXPO virtuell erlebbar und – unter veränderten Rahmenbedingungen – die Schnittstelle für Wissenschaft und Politik, für Industrie und Anwender aus der ganzen Welt“, so Christiane Salbach, Geschäftsführerin der DVW GmbH. Die Digitallösung der Expo bietet für Aussteller und Besucher ein globales Matchmaking. Bislang haben sich mehr als 170 Aussteller angemeldet und sind damit digitale Pioniere der Expo. Im Zentrum steht die individuelle und skalierbare Kommunikation zwischen den Akteuren. Vom individuellen Gespräch, über Produktpräsentationen bis hin zu Paneldiskussionen haben die Aussteller über alle Zeitzonen hinweg die Möglichkeit, den Kontakt zu ihren Kunden zu pflegen und neue Kunden kennenzulernen. Auch – oder gerade – weil die INTERGEO voll digital wird, bietet die INTERGEO Conference in 37 Sessions mit mehr als 120 nationalen und internationalen Referent*innen eindrucksvoll Themen zu:
     
    • Digitalem Bauen und BIM / Digital Construction
    • Klima und Geodäsie - Forschung, Modelle und Vorhersagen und damit Klimawandel und Green Deal
    • Smart Cities – Nachhaltiges Wohnen, Leben und Arbeiten
    • Digitale Trends im öffentlichem Vermessungswesen (Smart Mapping, Multi-GNSS, Geoinformation 4.0, …) und vieles mehr…
     
    Seit Jahren schon ist auf der INTERGEO das Themenfeld „BIM for Infrastructure“ fester Bestandteil – sowohl in der Expo wie auch in der Conference. Zusammen mit dem jetzt neu hinzugekommenen Bereich „digital construction“ ist die INTERGEO damit endgültig in der BIM-Community angekommen. „Der BIM-TAG DEUTSCHLAND ist als hybrides Event mit Konferenz und virtueller Messe eine Premiere für die deutsche Bau- und Immobilienwirtschaft. Doch mit schon jetzt über 40 Ausstellern auf unserer virtuellen Messe, den 30 Verbänden, Vereinen und Kammern, die den ersten VERBANDSGIPFEL überhaupt gestalten, sowie den weiteren Programm-Highlights der REALDIGITAL LEADER und den vom BUND unterstützen BIM-Projekten eröffnen wir nun auch den Teilnehmern an der INTERGEO einen fokussierten Blick auf die aktuelle Lage, die Ziele und Bedarfe der jeweiligen Anwendergruppen aus Planung, Industrie und Handwerk“, so Dr. Josef Kauer, Geschäftsführer der REALDIGITAL Gruppe und Mitinitiator. „Wir haben schon vor über einem Jahr darauf hingewirkt, dass Marktteilnehmer nicht nur auf Events über Digitalisierung sprechen, sondern dass die Events selbst digitaler werden müssen. Die „INTERGEO DIGITAL 2020“ hat das konsequent und innovativ beherzigt, insbesondere aber ergänzen sich die Inhalte für die Online-Besucher exzellent.“


     

     

  9. Disy entwickelt mit der Ruhr-Universität Bochum ein „Holzbau-GIS“

    Im Rahmen des Forschungsprojekts „Holzbau-GIS“ untersucht das Karlsruher Unternehmen Disy Informationssysteme GmbH gemeinsam mit der Ruhr-Universität Bochum, wie sich kommunale Klimaschutzkonzepte mithilfe von Fachinformationssystemen verbessern lassen, wenn Holz verstärkt als Baumaterial eingesetzt wird.

    Referenzszenario Stadt Menden
    Referenzszenario Stadt Menden

    Die Fridays-for-Future-Bewegung hat das Thema in die breite Gesellschaft getragen und diese sensibilisiert: Der Klimaschutz sollte die erste Priorität auf der Agenda der staatlichen Entscheidungsträger haben. Viele Jahre wurden ergebnislos vergeudet, jetzt drängt die Zeit. In Deutschland wird dabei primär an die Energiewende und klimaneutrale Mobilität gedacht. Tatsächlich umfassen erweiterte Klimaanpassungsmaßnahmen nahezu jeden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Sektor. In diesem Zusammenhang ergeben sich im Bauwesen ungeahnte Einsparungspotenziale von Treibhausgasen. Bereits jetzt wird auf Gebäudeebene durch energetische Sanierungen viel eingespart. Obwohl der Baustoff Holz nur ergänzend genutzt und häufig unterschätzt wird, bietet er eine klimaschonende Alternative zu den gängigen emissionsreichen Baustoffen, beispielsweise zu Beton.

    Einschränkung auf bestimmte Gebäudetypen
    Einschränkung auf bestimmte Gebäudetypen

    Folgerichtig hat der Holzbau in Deutschland eine Renaissance erfahren, die ein sukzessives Umdenken der Bauwirtschaft fördert und fordert. Gleichzeitig muss der Baustoff Holz, im Rahmen von regionaler nachhaltiger Forstwirtschaft, Eingang in kommunale Planungsprozesse und Klimaschutzpläne erlangen. Auch wenn erste Befragungen mit Kommunen große Hürden hinsichtlich des Konkretisierens allgemeiner Klimaschutzziele und deren Umsetzung in planerische Maßnahmen und politische Entscheidungen bemängelt haben, sind viele Akteure offen für innovative Ansätze.

    Darstellung der Berechnungsergebnisse
    Darstellung der Berechnungsergebnisse

    BMU und BMEL fördern Forschungsprojekt „Holzbau-GIS“

    Deshalb soll nun die Karlsruher Disy Informationssysteme GmbH gemeinsam mit der Ruhr-Universität Bochum (RUB) in dem Forschungsprojekt „Holzbau-GIS“ untersuchen, ob Planern und Entscheidern in Kommunen ein einfaches Werkzeug für erste Überlegungen zum Holzbau in ihrer Kommune an die Hand gegeben werden kann. Das Projekt startete im Frühjahr 2019 und wird vom Waldklimafonds des Bundes für drei Jahre als gemeinsame Maßnahme des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert.

    Projektpartner und Fördermittelgeber
    Projektpartner und Fördermittelgeber

    Ziel des Projekts ist es, das Potenzial einer stofflichen Nutzung von Holzprodukten im Bauwesen als Klimaschutzmaßnahme für Kommunen planerisch darzustellen und im räumlichen Kontext abzubilden. In technischer Hinsicht startet das Projekt bei bestehenden Methoden des Bochumer Lehrstuhls Ressourceneffizientes Bauen zur Berechnung von Kohlenstoff-Einsparpotenzialen durch Bauen mit Holz. Diese Methoden werden weiterentwickelt und in ein GIS-basiertes, webfähiges Fachinformationssystem eingebettet.

    Exemplarisch werden die Potenziale für den Holzbau auf kommunaler Ebene durch die Kooperation mit der Stadt Menden (Sauerland) umgesetzt. Dadurch lassen sich die gewonnenen Erkenntnisse nicht nur im regionalen Kontext einordnen und analysieren, sondern es werden auch die konkreten Anforderungen einer Stadtverwaltung erfasst. Auf einem Modell der RUB aufbauend werden die Potenziale für den Holzbau auf kommunaler Ebene analysiert und Treibhausgaseinsparungen durch Neubau und durch Sanierung mit Holz abgeschätzt.

    Disy setzt Cadenza ein

    Disy befasst sich dabei als erfahrener Softwaredienstleister für die öffentliche Verwaltung mit der Umsetzung der Methoden in ein praxistaugliches Demonstratorsystem, das effizient an die bestehenden Datenquellen der Kommunalverwaltung angebunden ist. Dabei werden insbesondere die Automatisierbarkeit der Bewertungsmethoden und die benutzerfreundliche Darstellung und Nutzbarkeit des Systems untersucht. Dazu kann Disy die neuesten Features seiner Geodaten-Analyseplattform Cadenza in den Bereichen interaktive Visualisierungen, OLAP-Datenauswertungen und Dashboard-Darstellungen einsetzen und innovativ weiterentwickeln. Im ersten Software-Prototyp für das Projekt wurde mithilfe von Cadenza ein Datenrepository als Web-GIS aufgesetzt. Das Untersuchungsgebiet kann hier gebäudescharf eingesehen werden und die Einsparpotenziale werden aufgrund des Gebäudebestands eingeschätzt.

    Mit Holzbau-GIS Einsparszenarien simulieren

    Auf Grundlage bisheriger Forschungsergebnisse des Lehrstuhls Ressourceneffizientes Bauen der RUB können verschiedene Einsparszenarien simuliert werden, die für jedes Gebäude abschätzen, welches CO2-Einsparpotenzial durch bestimmte Maßnahmen erzielbar ist. Die Analyse der Ergebnisse lässt das Abbilden, Abfragen und Aggregieren der Gesamteffekte für bestimmte Wohngebiete, Straßenzüge, manuell selektierte Polygone oder einzelne Gebäude zu. Für diese können dann auch die unterschiedlichen Szenarien verglichen werden. Zur Datenselektion stehen nicht nur räumliche Filter zur Verfügung, sondern auch Sachdaten, mit denen beispielsweise – sofern die Daten vorhanden sind – nur Wohngebäude, nur gewerblich genutzte oder nur städtische Gebäude betrachtet werden können. Insgesamt entsteht ein Werkzeug, das sehr feingranular schätzt, welche Effekte bestimmte Maßnahmen in definierten Teilen der Stadt haben können.

    Das Ziel möglichst einfacher, benutzerfreundlicher Interaktionsmechanismen zum Definieren, Planen und Vergleichen von Szenarien steht dabei zunächst im Vordergrund. Darüber hinaus wird aber auch untersucht, inwiefern Schnittstellen zu Statistikprogrammen für erfahrenere Anwender eingebunden werden sollten. Um diese beiden Anforderungen abzudecken, steht die Umsetzung in einer Dashboard-Ansicht in Planung. Diese ermöglicht einerseits eine übersichtliche Darstellung der Daten, aber andererseits auch die Möglichkeit der Integration zahlreicher ergänzender Funktionen.

    Ziel ist ein webbasiertes Fachinformationssystem

    Als Endergebnis des Projekts soll ein webbasiertes Fachinformationssystem entstehen, welches die auf Gebäudeebene gewonnenen Erkenntnisse bündelt und sie in einen regionalen Kontext setzt. Zudem dient das Holzbau-GIS als Kommunikations-, Beratungs- und Informationswerkzeug und ermöglicht eine Vernetzung der im Holzbau agierenden Akteure. Es kann damit auch als Hilfsinstrument zur Beratung für Klimaschutz durch Holzbau genutzt werden. Langfristig könnten sich über ein solches webbasiertes Beratungsinstrument auch regional Akteure im Holzbau untereinander, mit Planern, Entscheidern und mit potenziellen Kunden vernetzen, wie das teilweise durch öffentliche Energie-Atlanten im Bereich erneuerbarer Energien schon geschieht.

    Weitere Information
    •    Disy Informationssysteme GmbH
    •    Informationen zum Forschungsprojekt Holzbau-GIS
    •    Lehrstuhl für Ressourceneffizientes Bauen der Ruhr-Universität Bochum
    •    Lehrstuhl für Umwelttechnik und Ökologie im Bauwesen der Ruhr-Universität Bochum

     

     

  10. Auswirkungen der Pandemie zeigen sich in der Atmosphäre erst spät – Zum Erreichen der Pariser Klimaziele sind jahrzehntelange Maßnahmen erforderlich

    Aktuelle Daten aus den Energie-, Industrie- und Mobilitätssektoren prognostizieren für das Jahr 2020 – mit Blick auf die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in der Coronakrise – eine Reduktion der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen um bis zu acht Prozent. Laut des Weltklimarats IPCC wären Jahr für Jahr kumulative Einsparungen in etwa dieser Größenordnung erforderlich, um die Ziele des Pariser Abkommens bis 2030 zu erreichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben bei aktuellen Messungen festgestellt, dass sich die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre durch die geschätzten Emissionsreduzierungen bisher nicht nachweisbar verändert hat. Die Ergebnisse haben sie in der Zeitschrift Remote Sensing veröffentlicht. (DOI: 10.3390/rs12152387).

    Foto: Markus Rettinger, KIT
    Auf der Zugspitze beobachten Wissenschaftler des KIT unter anderem die CO2-Konzentration in der Atmosphäre. (Foto: Markus Rettinger, KIT)

    Die Coronakrise hat sowohl das Arbeits- als auch das Privatleben verändert: Vermehrtes Arbeiten im Homeoffice, Videokonferenzen statt Dienstreisen und der Urlaub im Heimatland gehören mittlerweile zum Alltag. Durch das geringere Verkehrsaufkommen reduzieren sich auch die CO2-Emissionen – prognostiziert werden Einsparungen von bis zu acht Prozent im Jahr 2020. „Trotz der geringeren Emissionen zeigt unsere Studie, dass sich die CO2-Konzentration in der Atmosphäre aber noch nicht messbar verringert hat“, sagt Ralf Sussmann vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU), dem Campus Alpin des KIT in Garmisch-Partenkirchen. „Um den CO2-Gehalt in der Atmosphäre auf Dauer zu reduzieren, müssten Maßnahmen wie die Einschränkungen während der Corona-Pandemie über Jahrzehnte fortgesetzt werden; aber selbst dies würde bei weitem nicht ausreichen.“

    Um das zu zeigen, haben die Forscherinnen und Forscher zusätzlich ein langfristiges Szenario untersucht, das sich mit atmosphärischen Messungen gut nachweisen lässt: Das Ziel des Pariser Klimaabkommens, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, lässt sich nur erreichen, indem die CO2-Emissionen sofort deutlich verringert werden und bis 2055 Null betragen. „Dazu reichen Maßnahmen wie die Beschränkungen in der Coronakrise allerdings bei weitem nicht aus, denn diese haben ja nur einmal eine Einsparung von acht Prozent erzielt. Um in den kommenden Jahrzehnten Null-Emissionen zu erreichen, sind vielmehr Jahr für Jahr kumulative Reduzierungen in der gleichen Größenordnung notwendig – also 16 Prozent in 2021, 24 Prozent in 2022 und so weiter. Dafür sind politische Maßnahmen unumgänglich, die grundlegende technologische Veränderungen im Energie- und Verkehrssektor umgehend einleiten“, so Sussmann.

    Für die Studie nutzte das Team Daten aus einem weltweiten Netzwerk zur Beobachtung der CO2-Konzentration, dem Total Carbon Column Observing Network (TCCON). Hier wurde die Konzentration in den verschiedenen Schichten der Atmosphäre über Garmisch-Partenkirchen und weiteren Standorten rund um den Globus gemessen. „Dazu waren High-Tech-Infrarotspektrometer im Einsatz, welche die Sonne als Lichtquelle nutzen. Diese Messmethode ist extrem genau, die Unsicherheiten liegen unter wenigen Promille“, erläutert Sussmann.

    Lange Lebensdauer von CO2 verhindert Früherkennung

    Dass derzeit noch keine Veränderungen in der Atmosphäre zu erkennen sind, erklären die Forschenden mit der sehr langen Lebensdauer von CO2 und der enormen Hintergrundkonzentration, die sich seit der Industrialisierung aufgebaut hat. „Aber auch natürliche Einflüsse erschweren eine Früherkennung: Während vom Menschen verursachte Emissionen die klare Hauptursache für die langfristige Zunahme an atmosphärischem CO2 darstellen, gibt es überlagerte Jahr-zu-Jahr-Schwankungen der Wachstumsrate, die durch natürliche Klimavariabilität der Ozeansenken und Landvegetation dominiert werden“, sagt Sussmann. Dies erschwere den Nachweis erfolgreicher Emissionsminderungen durch Atmosphärenmessungen.

    Für die aktuelle Studie hat das Forschungsteam die TCCON-Messergebnisse den Prognosen der atmosphärischen Wachstumsrate für 2020 – mit und ohne Corona-Einschränkungen – gegenübergestellt. „Unsere Genauigkeitsanalysen der Atmosphärenmessungen haben gezeigt, dass wir innerhalb von etwas mehr als einem halben Jahr die Auswirkungen der COVID-19-Maßnahmen auf die Atmosphäre messen könnten, wenn der Referenzzustand ohne COVID-19 genau vorhergesagt werden könnte“, so der Klimaforscher. „Auf jeden Fall aber könnten wir in voraussichtlich zweieinhalb Jahren herausfinden, ob es durch globale politische und gesellschaftliche Maßnahmen gelingt, ausreichende Alternativen für fossile Brennstoffe zu finden und so die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.“

    Originalpublikation:

    Sussmann, R., and Rettinger, M.: Can We Measure a COVID-19-Related Slowdown in Atmospheric CO2 Growth? Sensitivity of Total Carbon Column Observations, Remote Sens., 12, 2387,  2020. doi:10.3390/rs12152387

    Weitere Materialien:

    Veröffentlichung in Remote Sensing: https://doi.org/10.3390/rs12152387

    Details zum KIT-Zentrum Klima und Umwelt: http://www.klima-umwelt.kit.edu