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  1. Topcon Deutschland Positioning GmbH und RIB mit wichtigem Schritt in Richtung Digitalisierung im Infrastrukturbau

    Soll-/ Ist-Vergleiche gesamter Bauprojekte oder Bauabschnitte sind mit Hilfe der direkten Datenverbindung zwischen RIB iTWO civil und Topcon Sitelink3D künftig zu jeder Zeit in Echtzeit möglich. Die integrierte Lösung, bestehend aus der 3D-Software iTWO civil von RIB und der Topcon-Maschinensteuerung in Verbindung mit dem Topcon Baustellenmanagementsystem Sitelink3D Enterprise bildet das Fundament für einen effektiven Datenfluss und zeitnahe Qualitätskontrolle am Bau. Schnellere Abrechnungen und Rechnungsstellungen für abgeschlossene Aufträge und damit ein wirtschaftlicheres Arbeiten werden praktikabel.

    Foto: RIB
    RIB iTWO civil und Topcon Sitelink3D im Zusammenspiel. Foto: RIB

    Die beiden Systeme sind direkt miteinander verzahnt und schaffen eine durchgängige Verbindung zwischen Büro und Baustelle. Der zuständige Sachbearbeiter kann sich innerhalb der RIB-Lösung iTWO civil über eine sichere Internetverbindung mit dem Topcon-Baustellenmanagementsystem Sitelink3D verbinden. Über einen passwortgeschützten Login erfolgt der Zugriff auf alle freigegebenen Projekte und somit auch auf die jeweils hinterlegten Baumaschinen. Die Daten der Maschinensteuerungen werden in der Cloud von Sitelink3D Enterprise gespeichert. In iTWO civil sind stets alle für die Bauaufgabe zugewiesenen Ressourcen abrufbar.

    Foto: Topcon Deutschland Positioning GmbH
    RIB iTWO civil und Topcon Sitelink3D im Zusammenspiel. Foto: Topcon Deutschland Positioning GmbH

    Auf diese Weise können die 3D-Planungsdaten aus dem Büro ganz einfach per Knopfdruck in RIB iTWO civil zu den gesteuerten Maschinen auf der Baustelle übertragen werden. Beispielsweise erhält Sitelink3D beim Einbau einer Asphaltdeckschicht für eine Straße exakte Informationen zum Horizont oder zur Schichtdicke. Ist der Prozess angestoßen, erfolgt in Sitelink3D Enterprise immer eine automatische Dokumentation aller Tätigkeiten, welche durch die Baumaschinen vor Ort durchgeführt werden, inklusive Position und Zeitstempel.

    Da alle beteiligten gesteuerten Maschinen in Sitelink3D verwaltet werden, übermitteln diese automatisch alle relevanten Daten der Bauausführung in das Cloudsystem. Die Resultate werden intelligent innerhalb des definierten Auftrags zusammengeführt. Daraus ergibt sich ein Gesamtergebnis mit detaillierten Fertigungsständen zu jeder Zeit. Dank der Vernetzung beider Systeme können diese Ergebnisse in definierbaren Fertigungsständen von iTWO civil abgefragt werden. Anschließend stehen die Ist-Daten des Baugeschehens über den gewünschten Zeitraum in RIB iTWO civil als fertiges digitales Geländemodell zur Verfügung. In iTWO civil wird jede Abfrage dokumentiert. Diese sogenannten „AsBuilt“-Daten können in iTWO civil für die nächsten Prozessschritte genutzt werden. Mittels freier Kontrollschnitte oder direkter Soll-/Ist-Vergleiche an beliebigen Querprofilstationen wird die Einbaugenauigkeit kontrolliert und nachgewiesen. Umgehend können ergänzende Mengenberechnungen REB-gerecht erfolgen. Diese Möglichkeiten unterstützen bei Qualitätsprüfungen und ebnen den Weg für eine zeitnahe Abrechnung der Bauleistungen.

    Nach Angaben der Partnerunternehmen ist diese Lösung, bestehend aus RIB iTWO civil und Topcon Sitelink3D Enterprise, derzeit die einzige im gesamten europäischen Raum, die Projektdaten vollkommen automatisiert zwischen Systemen verschiedener Hersteller überträgt. Sie benötigt, so RIB und Topcon, keine zusätzlichen Schnittstellen. Dieser vereinfachte Workflow im System spart nicht nur enorm viel Zeit, sondern minimiert außerdem das Risiko von Bearbeitungsfehlern, da kein händischer Import oder Export von Daten mehr erforderlich ist.

    „Mit dieser integrierten Systemlösung machen wir einen wichtigen Schritt in Richtung durchgreifende Digitalisierung und Prozessvernetzung im Infrastrukturbau. Unsere Kunden profitieren von dem lückenlosen digitalen Datenaustausch. Gleichzeitig ist die zu erzielende Zeitersparnis bemerkenswert, wobei zusätzlich menschliche Fehler minimiert werden“,  erklärt Raimo Vollstädt, Support GeoPositioning & Machine Control bei Topcon. „Seit über zehn Jahren pflegen wir eine intensive Zusammenarbeit mir RIB. Mit iTWO civil und Sitelink3D haben wir nun eine ganz neue Ebene der Kooperation geschaffen.“

    Andreas Dieterle, Produktmanager für den Bereich Infrastruktur bei RIB Software, fügt hinzu: „Die neue Lösung wurde für ein prozessorientiertes Arbeiten im Straßen- und Tiefbau konzipiert. Für Anwender von iTWO 5D von RIB bietet sie darüber hinaus die Möglichkeit, über Maschinendaten erfasste, digitale Geländemodelle von den Baustellen in den 5D-Prozess mit iTWO einfließen zu lassen und diese Informationen somit entlang der gesamten Wertschöpfungskette Bau zu nutzen.“

    Die Lösung kann bei Aufgaben aller Art im Infrastrukturbau unterstützen, bei denen gesteuerte Baumaschinen zum Einsatz kommen. Sei es im Tief- und Straßenbau, im Erdbau, im Kanal- und Rohrleitungsbau oder im Wasserbau.

    Weitere Informationen: www.rib-software.com

     

  2. Mit der auf Cadenza Web basierenden Informationsplattform iDA – kurz für interdisziplinäre Daten und Auswertungen – können die Mitarbeiter des Geschäftsbereiches des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) Fachinformationen behördenübergreifend nutzen und veröffentlichen. Die Software Cadenza wird von der Disy Informationssysteme GmbH aus Karlsruhe entwickelt.

    Bild Disy
    Startseite des zentralen Berichts- und Auswertesystem iDA auf Basis von Cadenza Web

    Ob Gewässerschutz, Jagdrecht, Abfallwirtschaft oder Agrarpolitik – die Aufgaben des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) sind breit gefächert. Und entsprechend vielfältig sind auch die Sach- und Geodaten, die hier für Analysen, Berichte und Entscheidungen erhoben, verwaltet und ausgewertet werden. Ihre qualitätsgesicherte Bereitstellung für fachspezifische und interdisziplinäre Anwendungen ist für das SMUL ein wichtiges strategisches Ziel, dem man nun dank eines erfolgreich abgeschlossenen Pilotprojekts mit Cadenza, der Software vom Karlsruher Unternehmen Disy Informationssysteme GmbH, näher gekommen ist.

    Vielfältige Einsatzmöglichkeiten geprüft
    Um die in vielen heterogenen Systemen und Datenbanken verteilt vorliegenden Daten ämter- und themenübergreifend auswerten zu können, wurde zunächst der Einsatz von Cadenza als organisationsweites Recherche- und Berichtssystem getestet. Die Federführung hatte dabei das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), die Prüfung nahm Disy anhand verschiedener Daten, unter anderem der bereits mit Cadenza verwalteten Artdaten, der Wasserdaten und der Geobasisdaten, vor. Im Einzelnen wurde der Einsatz von Cadenza Desktop als Desktop-Arbeitsplatz für Fachanwender geprüft, der Einsatz von Cadenza Web für Entscheidungsträger und Endanwender, die über ihren Browser auf vorbereitete Auswertungen und Berichte zugreifen, der Einsatz von Cadenza Mobile für die mobile Datenrecherche und -erfassung sowie der Einsatz von Web-Service-Schnittstellen für Drittanwendungen und Portale.

    Data Warehouse konzipiert und eingeführt
    Um einen einheitlichen, konsistenten und schnellen Zugriff auf die Vielzahl der Daten zu ermöglichen, wurde im Zuge des Pilotprojekts von Disy ein Data Warehouse (DWH), das von den primären Fachdaten entkoppelt ist, konzipiert und aufbauend auf den Fachdatenbanken der Fachinformationssysteme eingeführt. Die Integration der Daten in das DWH erfolgte ebenfalls nach einer Konzeption von Disy über automatisierte ETL-Prozesse (ETL = Extract-Transform-Load). Hierbei wurden die Daten mit dem Werkzeug Talend ereignis- oder zeitgesteuert aus den Fachinformationssystemen extrahiert, in einem Transformationsschritt bearbeitet und in die Auswertedatenbank überführt.

    Bild Disy
    Endanwendersicht des zentralen Berichts- und Auswertesystem iDA auf der Basis von Cadenza Web

    In das Gesamtlösungskonzept iDA, das für interdisziplinäre Daten und Auswertungen steht, sind sowohl Cadenza als auch das Data Warehouse eingebettet. Zudem ist es gelungen, die umfangreiche Geodateninfrastruktur, basierend auf der ESRI-Technologie, über die Schnittstellen zu integrieren. Über Cadenza Desktop und Cadenza Web können Anwender auf die hier aufbereiteten Fachthemen zugreifen. Über die Benutzerverwaltung wird dabei gesteuert, welche Themen für welchen Benutzer zur Verfügung stehen. Dabei kann der Anwender gezielt in Einzelthemen recherchieren oder einzelne Themen miteinander kombinieren. Informationsseiten geben dem Benutzer Hintergrundinformationen zu den angebotenen Themen. Die Ergebnisse können in Form von Tabellen, Diagrammen, Karten und Berichten visualisiert und filebasiert ausgegeben (CSV, Excel, Shape, PDF, Word, Bildformate) werden.

    Ideales Werkzeug für Berichte und Auswertungen
    Das Pilotprojekt hat gezeigt, dass die Cadenza-Plattform für Berichte und Auswertungen sowie für räumliche Analysen ein ideales Werkzeug ist, denn Cadenza besitzt eine moderne Oberfläche als Desktop- und Browser-Client sowie ein Architektur- und Bedienkonzept, das alle wichtigen Anforderungen erfüllen kann. Disy konnte das SMUL bei allen notwendigen Konzeptionen und Umsetzungen, bei der Konfiguration von Cadenza sowie der Einführung von iDA mit Erfahrungen und Fachkenntnissen unterstützen.
    Die neue Datenauswerteplattform iDA steht ab sofort den Mitarbeitern im Geschäftsbereich des SMUL für Recherchen zur Verfügung und ermöglicht derzeit den Zugriff auf Fachdaten und Karten aus Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Durch die Integration weiterer Themen wird iDA schrittweise zu einer zentralen Plattform ausgebaut. Der Öffentlichkeit steht das Datenportal iDA unter dem Link www.umwelt.sachsen.de/umwelt/infosysteme/ida zur Verfügung.

    Weitere Informationen: www.disy.net

     

  3. BARTHAUER produziert unter dem Titel "BARTHAUER Direkt" einen eigenen Videoblog. In der neuen Folge berichtet Geschäftsführer Anis Saad über die aktuellen Unternehmensentwicklungen der Barthauer Software GmbH.

    Quelle: Barthauer Software GmbH

    BARTHAUER Direkt: Episode 3 - Neue Folge im Videoblog. Quelle: Barthauer Software GmbH

    Der Videoblog richtet sich an Interessierte, Kunden und Partner der Barthauer Software GmbH und informiert mit kurzem knackigen Inhalt über aktuelle Unternehmensentwicklungen und Fortschritte in der Softwareprogrammierung.

    In Episode 3 berichtet BARTHAUER Geschäftsführer Dipl.-Inform. Anis Saad von Neuigkeiten aus der Produktentwicklung. Mit dem Service Pack 4 wurden vor kurzem Erweiterungen und neue Funktionen in das Netzinformationssystem BaSYS 9 integriert.

    Mit dem Hinweis auf die UC8, der achten BaSYS User Conference ruft Anis Saad die Anwender zum Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung untereinander auf. Seit mittlerweile acht Jahren ist die BaSYS User Conference feste Tradition der Barthauer Software GmbH. 2017 lädt der Braunschweiger Software-Experte zur Fach- und Anwenderkonferenz nach Essen. Im Mittelpunkt steht der effiziente Umgang mit dem Netzinformationssystem BaSYS.

    Quelle: Barthauer Software GmbH
    Dipl.-Inform. Anis Saad, Geschäftsführer. Quelle: Barthauer Software GmbH

    Anis Saad präsentiert Erweiterungen der vor kurzem komplett neu aufgestellten BARTHAUER Website. Nach dem Launch der deutschen Webpräsenz zeigt sich BARTHAUER nun auch international in einem neuen Look. Das responsive Layout stellt die Inhalte unabhängig von der benutzten Displaygröße immer bestmöglich dar, so dass auch mit Smartphone oder Tablet ein einfacher Zugriff möglich ist.

    Schließlich stellt Anis Saad Erweiterung der BARTHAUER GROUP vor. BARTHAUER gründete Ende 2016 die Barthauer Software Tunisia S.à.r.l., eine Tochterfirma der Barthauer Software GmbH mit Sitz in Sousse, Tunesien. Kernaufgabe des neuen Unternehmens ist die Softwareentwicklung für den internationalen Markt. Ebenfalls vorgestellt wird die Beteiligung an dem Consulting-Unternehmen Barthauer Sait Global Infrastructure Solutions S.à.r.l. in Abu Dhabi.

    Direktlink zum BARTHAUER Videoblog, Episode 3: www.barthauer.de/videoblog

     

     

  4. Geodaten in Mittelhessen Geodaten. Viele fragen sich bei dem Begriff sicherlich: Geo… was?! Dabei nutzen wir alle auf unterschiedliche Art und Weise Geodaten: Sobald wir eine bestimmte Fragestellung („Wo befindet sich das Rathaus in meiner Stadt?“) mit einer Adresse, einer Koordinate oder einen anderem Raumbezug verknüpfen, greifen wir auf Geodaten zurück. Das geschieht zum Beispiel mit dem Blick auf einen Stadtplan, eine Karte im Internet oder ein Navigationsgerät. Geodaten sind ein breites Feld: egal ob Schutzgebiete, Standorte von Windenergieanlagen, Verkehrsnetze, Bevölkerungsdaten oder Versorgungseinrichtungen. Alle Informationen, die auf einer Karte abgebildet werden können, sind letztendlich Geodaten. Sie nutzen den Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft und der Verwaltung in unterschiedlichsten Fragestellungen und finden in vielen Bereichen wie der Stadt- und Infrastrukturplanung, dem Katastrophen-, Klima- und Naturschutz Anwendung.

    Vor 10 Jahren wurde ein europäisches Gesetz verabschiedet, die sogenannte INSPIRE Richtlinie, um Geodaten aller Mitgliedsstaaten flächendeckend und standardisiert zu veröffentlichen. Ziel ist es, bis zum Jahr 2021 alle betroffenen Daten über eine zentrale Plattform (INSPIRE Geoportal) zur Verfügung zu stellen. Die Bundes- und Landesbehörden sind zur Bereitstellung verpflichtet, aber auch die Geodaten von Kommunen können betroffen sein. Insbesondere kleine Kommunen sind jedoch mit der Bereitstellung der Daten überfordert, da ein gewisser technischer, organisatorischer und natürlich auch finanzieller Aufwand verbunden ist. Dennoch ist der große Nutzen, der durch die Bereitstellung entsteht, nicht von der Hand zu weisen: Jeder kann zu jeder beliebigen Zeit, ortsunabhängig auf eine Vielzahl von aktuellen Geodaten zugreifen. Zur Realisierung dieser technischen Infrastrukturen schließen sich daher die Kommunen häufig zu sogenannten regionalen Geodateninfrastruktur (GDI)-Initiativen zusammen. In Mittelhessen gibt es bereits vier dieser Initiativen: die GDI-Vogelsberg, GDI-Marburg-Biedenkopf, GeoPort Landkreis Gießen sowie die GDI-Mittelhessen. Die Kooperationen werden durch Mittel des hessischen Förderprogrammes für Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) finanziell unterstützt. An der fachlichen Umsetzung der GDIen beteiligen sich die zuständigen Ämter für Bodenmanagement (Marburg und Fulda), aber auch das Regierungspräsidium Gießen, welches speziell dafür eine Stelle in der Stabstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Region Mittelhessen eingerichtet hat.

    Regionale GDI-Initiativen in Mittelhessen



    Die GDI-Vogelsberg ist in ihrer Umsetzung am weitesten fortgeschritten. Nachdem ein System zur Bereitstellung der Daten beschafft wurde, werden derzeit zunächst die Bebauungspläne für die Veröffentlichung vorbereitet. Dazu gehört auch, dass die Pläne im Vorfeld digitalisiert und für die Darstellung in einer Karte angepasst werden mussten. Nach den Bebauungsplänen sollen dann weitere Daten veröffentlicht werden. Beteiligt an der GDI sind alle Kommunen des Vogelsbergkreises sowie der Kreis selbst. Auch die Kommunen des Landkreises Gießen und der Kreis selbst wollen ihre Daten gemeinschaftlich veröffentlichen. Nach der IKZ-Förderbescheidübergabe im August 2016, wurde auch hier zunächst das Thema Bebauungspläne aufgegriffen. Derzeit werden Abstimmungen zur Digitalisierung und Aufbereitung der Pläne getroffen. Ein weiterer Schritt ist die Auswahl eines geeigneten Systems zur Veröffentlichung der Daten. Die GDI-Marburg-Biedenkopf, bestehend aus dem Landkreis sowie 21 kreisangehörigen Kommunen, steht noch am Anfang ihrer Umsetzung. Nachdem im April dieses Jahres der IKZ-Förderbescheid übergeben wurde, trifft sich die GDI in den kommenden Wochen zur konstituierenden Sitzung.

    Einige Kommunen, die Landkreise Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf und Gießen sind zudem Mitglieder der GDI-Mittelhessen. Federführend ist hierbei das für die drei Kreise zuständige Amt für Bodenmanagement Marburg. Auch die GDI Vogelsberg und das Regierungspräsidium Gießen beteiligen sich an der Geodateninfrastruktur. Sie dient vor allem dem fachlichen Austausch, um gegenseitig von den jeweiligen Erfahrungen zu profitieren. Allerdings sind in den Landkreisen Limburg-Weilburg und Lahn-Dill keine regionalen GDI-Initiativen entstanden. Dabei könnten auch hier die Kommunen und der Landkreis von dem Austausch der Daten profitieren, wenn sie sich zu einer GDI zusammenschließen würden. Außerdem wird auch die Digitalisierung der Daten gefördert, was wiederum für bessere Verwaltungsabläufe sorgt und letztendlich den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt.

    Apropos Geodaten: Am 20. Mai findet erneut der „Tag der Geodäsie“ statt. An diesem Tag finden bundesweit verschiedene Aktionen statt, um die Vielschichtigkeit der Geodäsie, angefangen von der Ingenieur-, Kataster- und Landvermessung, über die Bodenordnung bis hin zur Datenanalyse mit Hilfe von Geoinformationssystemen, zu präsentieren. Außerdem soll der Aktionstag gezielt der Nachwuchsförderung dienen und auf die interessanten Berufsbilder im Bereich der Geodäsie aufmerksam machen. In Hessen finden dazu Aktionen in Darmstadt und Frankfurt statt.

    Informationen rund um die Themen Geodaten und Geodateninfrastrukturen finden sich auch auf der Internetseite des RP Gießen unter www.rp-giessen.de/planung/geodaten.

     

  5. INTERAERIAL SOLUTIONS part of INTERGEO - Die führende kommerzielle, zivile Drohnenmesse in Europa

    Eine aktuelle Studie der kürzlich gegründeten Drohnensparte des Beratungshauses PricewaterhouseCoopers (PwC) beziffert das weltweite Marktpotenzial für drohnenbasierte Geschäftsanwendungen derzeit auf rund 130 Milliarden Dollar. Am größten ist es in den Bereichen Infrastruktur und in der Bauindustrie. Hier ließe sich nach Berechnungen der Berater mit Drohnen rund 45 Milliarden Dollar verdienen. Es folgen die Bereiche Landwirtschaft, zivile Sicherheit sowie Medien und Unterhaltung. Einen Profiteur sieht PwC in der Versicherungsbranche. Diese habe nicht nur Bedarf an vielfältigen Informationen aus der Luft, sondern könne Versicherungen für Drohnenbetreiber anbieten.

    copyright: HINTE Messe- und Ausstellungs GmbH
    copyright: HINTE Messe- und Ausstellungs GmbH

    Auch die Zahlen von Drone Industry Insights (DRONEII), dem international führenden Marktforschungsinstitut für die kommerzielle Nutzung von Drohnen, bestätigen das immense Potenzial. Der Bewertungsansatz von DRONEII ist jedoch ein anderer: „Wir bewerten den Markt von unten nach oben auf Basis echter Marktzahlen und –Indikatoren. Wir schauen uns bspw. die Investitionen in bestimmte Bereiche an. So stieg die durchschnittliche Invest-Summe in eine Drohnenfirma von 2015 bis 2016 um 185 Prozent, die Anzahl der strategischen Partnerschaften wuchs im gleichen Zeitraum um 330 Prozent.“, sagt Kay Wackwitz, CEO von DRONEII. Trotzdem lasse sich der Markt heute nur schwer einschätzen. „Die Entwicklungen sind so rasant, dass Innovationen und neue Anwendungen von Studien gar nicht umfassend berücksichtigt werden können.“, so Kay Wackwitz.

    In den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen und in unterschiedlichsten Fachbereichen von Universitäten werden weltweit neue Drohnenanwendungen erprobt und entwickelt. Experten sind sich sicher, dass wir bisher erst die Spitze des Eisbergs sehen.

    DAS POTENZIAL ZUR SCHAU STELLEN
    Vom 26. bis 28. September 2017 präsentiert die Branche ihr Potenzial auf der INTERAERIAL SOLUTIONS in Berlin. Die größte Drohnenshow Europas findet im Rahmen der Weltleitmesse für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement INTERGEO statt. Drohnenhersteller, Zulieferer, Zubehörhersteller, Dienstleister sowie kommerzielle Nutzer und Anwender verschiedener Industrien treffen auf die Top-Entscheider der weltweiten UAS-Community.

    FACHFORUM UND FLIGHTZONE
    Best Practice steht im Mittelpunkt von Praxisforum und FlightZone auf dem Berliner Messegelände am Funkturm. Schwerpunkte sind der Drohneneinsatz in Vermessung und Inspektion. Brauchte ein klassischer Vermessungstrupp noch rund eine Woche für die Vermessung von Großbaustellen, kann das heute eine Drohne im vollautomatischen Flug innerhalb von wenigen Minuten deutlich präziser erledigen. Demoflüge und Flugshows der international führenden Hersteller werden die Anwendungsmöglichkeiten vor Ort live erlebbar machen.

    Auch bei der Inspektion von Anlagen und Bauwerken sind UAS längst im Einsatz. Drohnen mit Wärmebildkameras erkennen, welches Panel im Solarpark defekt ist. Betreiber von Windrädern und Fluggesellschaften suchen mit HD-Kameras zentimetergenau nach kleinsten Rissen und Schäden in der Außenhaut. Gleiches gilt für die technischen Kontrollen von Brücken, Staudämmen oder Türmen. Auch da, wo es für Menschen gefährlich wird, z. B. bei komplizierten Wartungen auf Bohrinseln, bieten Drohnen die sichere und zuverlässige Lösung.
    Weitere Themen im Praxisforum sind der Drohneneinsatz im Katastrophenschutz, im Rettungswesen, in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Sicherheitsbereich.

    Einen besonderen Anreiz bietet das Praxisforum der INTERAERIAL SOLUTIONS mit seiner hohen Expertendichte für Unternehmen, die zwar bereits ambitioniert Drohnen testen, den echten „Game Changer“ für ihr Geschäftsmodell jedoch noch nicht gefunden haben.

    RECHTLICHE ASPEKTE IM FOKUS
    Die im März verabschiedete „Drohnenverordnung“ schreibt u.a. ab dem 1. Oktober einen Führerschein für Fluggeräte ab zwei Kilo Gewicht vor. Dieser soll durch von durch das Luftfahrtbundesamt (LBA) anerkannte Stellen nach bestandener Theorieprüfung erteilt werden. Eine praktische Prüfung sieht die Verordnung nicht vor.

    „Flugtraining und Erfahrung sind jedoch ebenso essentiell für eine sichere Nutzung wie das Wissen um Technik und rechtliche Grundlagen. Im Luftraum darf kein Platz sein für Autodidakten, die nach dem Prinzip „fly & error“ vorgehen.“, sagt Frank Lemm, Trainer bei FF Multicopter & Drones, einem der größten Schulungsanbieter Deutschlands.

    Ebenso ist heute noch unklar, wer die „anerkannten Stellen“ sein werden, die Führerscheinprüfungen abnehmen werden. Das Forum der INTERAERIAL SOLUTIONS 2017 wird Interessierten aktuelle Antworten rund um den Führerschein liefern.

    Auch die Würdigung der immer komplexer werdenden nationalen und internationalen Rechtsvorschriften bildet einen Schwerpunkt des Praxisforums. So wird die deutsche Drohnenverordnung mit der kommenden EU-Lösung verglichen. Auch Themen wie Datensicherheit und Datenschutz stehen auf dem Programm.

    DRONE PIONEER AWARD
    Erstmalig wird im Rahmen der INTERAERIAL SOLUTIONS der DRONE PIONEER AWARD verliehen. Übergreifendes Ziel ist es, den Entwicklungsprozess von Drohneneinsätzen zu fördern. Der Award zeichnet nicht eine Drohnentechnologie an sich aus. Vielmehr prämiert er Problemlösungen mit Hilfe von Drohnen, die sich der in der UN Agenda 2030 formulierten globalen Zielen annehmen.
    Führende Industrieunternehmen verschiedener Branchen sollen ermutigt werden, über ein Engagement für den DRONE PIONIEER AWARD unentdeckte Nutzungsmöglichkeiten von Drohnen zu erschließen. Initiator des Awards sind neben Michael Wieland von COPTERView, die Kreativagentur TRIAD Berlin und die INTERAERIAL SOLUTIONS.

    Über die INTERAERIAL SOLUTIONS
    Die INTERAERIAL SOLUTIONS, bestehend aus Expo, Forum & Flight Zone, ist die führende Plattform für unbemannte Flugsysteme (UAS) in Europa. Sie findet im Kontext der INTERGEO statt und wechselt jährlich ihren Standort in Deutschland. Das Forum befasst sich dabei mit aktuellen Themen aus Industrie, Politik, Verwaltung und Wissenschaft. Die Flight Zone im Outdoor-Bereich bietet Live-Demonstrationen der verschiedenen Flugsysteme und ermöglicht so ein umfassendes Produkt- und Markterlebnis.
    Die INTERAERIAL SOLUTIONS zeigt mit ihrem Potenzial, wie breitgefächert schon heute die verschiedenen Anwendungen für UAS sind und wirft einen Blick auf die Märkte der Zukunft. Sie präsentiert sich auch in den nächsten Jahren an international renommierten Messestandorten: 2017 in Berlin und 2018 in Frankfurt/Main. Für die kommende Auflage der INTERAERIAL SOLUTIONS im Rahmen der INTERGEO werden rund 150 Anbieter aus 25 Ländern aus dem jungen Drohnenmarkt erwartet. Die Fachbesucher kommen aus ganz Europa sowie schwerpunktmäßig aus Nordamerika und dem Mittleren Osten in die Bundeshauptstadt. Partner der INTERAERIAL SOLUTIONS sind auch 2017 wieder der UAV DACH und DRONEII.

    Informationen unter www.interaerial-solutions.com

     

  6. Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) beteiligt sich aktiv am diesjährigen bundesweiten Tag der Geodäsie. Mitarbeiter des zentralen Geodienstleisters informieren am Samstag, 20. Mai, von 10 Uhr bis 14 Uhr, auf dem Leichhof in der Mainzer Innenstadt sowie auf dem Paulsplatz in Frankfurt am Main über Aufgaben und Projekte des BKG und beantworten alle Fragen rund um das Berufsfeld Geodäsie.

    Geodaten – Daten mit Raumbezug – sind aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken und im Alltag unverzichtbar. Die Nutzung von Navigationsgeräten ist genauso selbstverständlich wie das Smartphone, welches uns anzeigt, wo sich die nächste S-Bahn-Station befindet und über Satellitenaufnahmen können wir uns ein ziemlich genaues Bild von unserem Urlaubsort machen. In zahlreichen Alltagssituationen kommt die Geodäsie zum Einsatz – aber was ist eigentlich Geodäsie und was hat das Vermessungswesen als Berufsfeld zu bieten?

    Diese und weitere Fragen können interessierte Schüler, Schulabgänger, Berufseinsteiger und Bürger am Tag der Geodäsie den Experten vor Ort stellen. Die Veranstaltung dient dazu, die breite Öffentlichkeit über Aufgaben und Berufsfelder der Studiengänge Geodäsie und Geoinformation in Deutschland zu informieren und insbesondere das Interesse von Schülerinnen und Schülern an den Themen zu wecken. Dabei ist es das gemeinsame Ziel aller Beteiligten, Studienanfänger für den akademischen Berufsnachwuchs zu gewinnen. „Lust auf High-Tech mit konkretem Praxisbezug? Dann ist ein Geodäsiestudium oder eine Geomatikerausbildung eine ausgezeichnete Wahl! Die Berufschancen sind hervorragend“, bestätigt auch BKG-Präsident Prof. Hansjörg Kutterer. Die Einsatzmöglichkeiten der bereits heute stark nachgefragten Absolventen sind vielfältig und attraktiv. Künftig ergeben sich neue Herausforderungen, zu deren Bewältigung qualifizierte Fach- und Führungskräfte auf dem Gebiet der Geodäsie und Geoinformation unabkömmlich sind. Mit dem Klimawandel, der Energiewende, den Entwicklungen der fortschreitenden Digitalisierung, beispielsweise im Bereich des autonomen Fahrens und Smart City, sei nur eine Auswahl erwähnt.

    Den bundesweiten Tag der Geodäsie planten erneut die Universitäts- und Hochschulstandorte mit den Studiengängen Geodäsie und Geoinformation in Deutschland, die bundesweit im Ausschuss Geodäsie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (DGK) bzw. im Fachbereichstag Geoinformation, Vermessung und Kartographie organisiert sind. Offizieller Veranstalter ist der DVW e.V. (Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement).

    Weitere Informationen: www.bkg.bund.de

     

  7. Seit dem Start des Copernicus Sentinel-3 Ozeanographiesatelliten im Februar 2016 befindet sich ein neuer Wächter im All. Er wird von EUMETSAT, der europäischen Organisation für meteorologische Satelliten im Auftrag der Europäischen Union, betrieben. Sentinel-3 beobachtet die gigantischen Wasseroberflächen unseres Planeten, die die Welt ernähren und zudem die Dynamik von Wetter und Klima beeinflussen. Die Daten von Ozeanographiesatelliten wie Sentinel-3 finden unzählige Anwendungen, die von der Verfolgung von Sturmpfaden bis hin zur Überwachung von Verschmutzungen reichen; so hilft der Satellit unter anderem die Sicherheit auf See zu verbessern wie auch die Qualität von Wettervorhersagen; seine Beobachtungen sind zudem nützlich für die Überwachung der Auswirkungen des Klimawandels. Außerdem leistet Sentinel-3 einen wesentlichen Beitrag Europas zur Überwachung der Ozeanfarbe.

    von EUMETSAT
    Tropical Cyclones Muifa and Seventeen von EUMETSAT

    Auf dem International Ocean Colour Science (IOCS) Treffen in Lissabon, Portugal vom 15. – 19. Mai werden führende Wissenschaftler neue Anwendungen und innovative Resultate diskutieren, die sich aus dem marinen Datenfluss ergeben.

    Beobachtungen der Ozeanfarbe, genauer gesagt die Abbildung von marinen Ökosystemen aus dem Orbit, sind ein integraler Bestandteil dieser Daten. Ozeane sind nicht immer blau. Im Gegenteil, die Farbe des Wassers wird erheblich beeinflusst von den Stoffen, die mit den Strömungen transportiert werden. Spezielle Satelliten-Sensoren, wie das Ozean und Landfarben Instrument (OLCI) an Bord des Sentinel-3 Satelliten wurden entwickelt, um die Schattierungen des Wassers zu verfolgen, damit deren Inhalt ermittelt werden kann. Die Farbe des Ozeans kann durch eine ganze Reihe von Faktoren beeinflusst werden, seien es beispielsweise Sedimente oder mikroskopisch kleine Algen. Dies mag trivial klingen – aber die Überwachung der Ozeanfarbe ist in der Tat notwendig, um gefährliche Algenblüten zu beobachten, die katastrophale Auswirkungen auf Aquakulturen wie zum Beispiel Fischfarmen haben können.

    Daten zur Ozeanfarbe werden zudem benutzt, um die Wasserqualität wie auch Verschmutzungen und Sedimenttransporte zu beobachten. Weiterhin helfen sie, die Bedeutung des Ozeans für den Karbonzyklus in unserem sich wandelnden Klima abzuschätzen. All diese Daten sind heutzutage unerlässlich für das Management der marinen Ressourcen, Fischereien, sowie mariner und küstennaher Ökosysteme.

    Mit dem neuen Datenfluss vom Copernicus Sentinel-3 Satelliten, der über die Daten-Disseminationssysteme von EUMETSAT vertrieben wird – kostenlos und ohne Beschränkungen – wird die Wissenschaft der Ozeanfarbe einen Quantensprung machen.

    Führende Wissenschaftler und Hauptredner verschiedener Institutionen und Agenturen, unter anderem Dr. Shubha Sathyendranath, Head of Remote Sensing and Marine Optics im Plymouth Marine Laboratory, und Dr. Mark Dowell, Global Environment Monitoring Unit im Joint Research Centre der Europäischen Kommission, werden vor Ort die neuesten Ergebnisse sowie die Erwartungen für die Zukunft in persönlichen Interviews vorstellen.

    Das Programm beinhaltet Fokus-Sitzungen wie „Hyperspektrale Fernbeobachtungen“ und weitere Sitzungen wie zum Beispiel eine Sonderveranstaltung des „Copernicus Marine Environment Monitoring Services“ (CMEMS), dem Hauptanwender der neuen Daten und Entwickler für innovative marine Produkte und Dienstleistungen.

    Weitere Informationen: http://eumetview.eumetsat.int/mapviewer/ und http://www.eumetsat.int/website/home/Data/DataDelivery/index.html

     

  8. Berufsverband stellt Digitalisierung in den Fokus.

    Anlässlich seiner Bundesmitgliederversammlung in Erfurt stellt der Verband Deutscher Vermessungsingenieure (VDV), Berufsverband für Geodäsie und Geoinformatik, das Thema Digitalisierung in den besonderen Fokus. Gefordert werden u. a. eine bessere Digitale Bildung so-wie ein schnellerer Ausbau der technischen Infrastruktur.

    Deutschland ist auf dem Weg zur digitalen Republik: Laut jüngsten Studien sind nahezu 60 Millionen Menschen, und damit dreimal mehr als vor 15 Jahren, regelmäßig auf den Datenautobahnen im World Wide Web unterwegs. Von vielen Trendthemen der Zeit ragt aktuell denn auch keines so heraus, wie das Megathema „Digitalisierung“. Allseits anerkannt ist zwischenzeitlich, dass der digitale Wandel sich nicht nur auf technische Systeme erstreckt, sondern in besonderem Maße auch digitale Kompetenzen und neuartige Denk- und Arbeitsweisen erfordert.

    Dazu ein Beispiel: Wir haben heute ein neues Verständnis von Erhebung, Analyse, Auswertung von Daten. Der Umgang mit raumbezogenen Daten („Geodaten“) gewinnt in diesem Kontext zunehmend an enormer Bedeutung, denn bekanntermaßen haben ca. 80 Prozent aller politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsprozesse einen Bezug zum geographischen Raum.

    Wenn heutzutage im Rahmen der Digitalisierung alle Prozesse und Reaktionen auf Echtzeit optimiert sind, ist der nächste folgende Schritt, dass es schneller als Echtzeit sein muss. Es geht damit um die Anwendbarkeit und Relevanz präziser Vorhersagen – und auch das selbstverständlich auf der Basis von Geodaten. Bereits heute arbeiten die Vordenker ihrer Branchen beim „Data Mining“ mit so genannten „Predictive Analytics“: Aus immer größer werdenden Datenmengen erstellen sie mit den richtigen Werkzeugen und den richtigen Fragen präzise Vorhersagen über Kundenbedürfnisse, Produktanforderungen und Marktveränderungen. Unternehmen wollen komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge vorhersagen können, um bessere Entscheidungen zu treffen und sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Es gibt bereits jetzt eine ganze Reihe von Unternehmen, die ihre Prozesse auf Basis dieser Prognosen steuern. In wenigen Jahren wird das bereits Normalität sein.

    Der technologische Wandel ist also mit eine der großen Herausforderungen für die Ingenieurinnen und Ingenieure. Daraus resultieren natürlich auch Forderungen der Ingenieurverbände, von denen hier nur zwei bespielhaft genannt seien:

    Digitale Bildung:

    Aus Sicht der Ingenieure muss in Deutschland das Thema „Digitale Bildung“ wesentlich differenzierter in den Fokus genommen werden. Ein wichtiges Ziel hierbei muss unter anderem die Vermittlung von Kompetenzen sein, die für den Erfolg in Ausbildung und Beruf entscheidend sind, d. h. statt des Technologiehandlings muss vermehrt auch die Technologieverantwortung und -mitgestaltung in den Mittelpunkt gestellt werden. Aktuellen Studien zufolge werden in naher Zukunft rund 90% der Berufe diese digitalen Kompetenzen einfordern.

    Technische Infrastruktur:

    Leistungsstarke Infrastrukturen sind die Lebensadern unserer Gesellschaft. Der Ausbau der technischen Infrastruktur muss nach Ansicht der Ingenieure daher wesentlich stärker forciert werden. Für eine prosperierende Wirtschaft ist die flächendeckende Glasfaserversorgung essentiell. Derzeit liegt Deutschland im OECD-Vergleich bei der Versorgung mit Glasfaseranschlüssen lediglich auf Platz 28 von 32.

    Die auf der Tagung in Erfurt zu diskutierenden Umsetzungsmöglichkeiten dieser Forderungen werden als berufsständische Leitsätze an die Politik herangetragen. Viele Gespräche dazu hat Dipl.-Ing. Grunau bereits mit hochrangigen Bundes- wie auch Landespolitikern geführt. Weitere Gespräche zu diesem Thema sind bereits terminiert.

    „Die Realisierung der Digitalen Transformation ist eine disruptive Zukunftsaufgabe, die größte Herausforderungen an uns alle stellt und Deutschlands wirtschaftliche Position auf dem Weltmarkt nachhaltig beeinflussen wird“, sagte Dipl.-Ing. Wilfried Grunau, Präsident des Ingenieurverbandes anlässlich der Eröffnung des VDV-Bundeskongresses in Erfurt. „Und wer die aktuellen Arbeitsmarktdaten verfolgt, der weiß: allen Meldungen ist seit geraumer Zeit eines gemeinsam: Ingenieure braucht das Land!“

    Über den VDV:

    Der VDV ist mit ca. 6.000 Ingenieuren die berufspolitische Standesvertretung im Bereich der Geodäsie und Geoinformatik in Deutschland. Der Berufsverband wurde 1949 in Essen gegründet. Wilfried Grunau steht dem Verband seit 24 Jahren als Präsident vor und ist national wie auch international ein hoch geachteter Experte.

    Weitere Informationen: www.VDV-online.de

     

  9. UITP Global Public Transport Summit, 15.-17.05.2017

    Der UITP Global Public Transport Summit ist die größte internationale Messe im Bereich des Öffentlichen Verkehrs. Hier wird sich die PTV Group mit der TechnologieRegion Karlsruhe und Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup im „Cluster for Transport Innovation“ am 16. Mai 2017 von 11 bis 12.30 Uhr auf einer Podiumsdiskussion präsentieren. Am Stand 2B154 stellt die PTV Group zudem ihre Mobility-as-a-Service-Lösungen (MaaS) für Städte und öffentliche Verkehrsunternehmer vor.

    Bild PTV
    Ralf Frisch, Solution Director Public Transport bei der PTV Group

    Auf der Podiumsdiskussion in Montreal sind OB Dr. Frank Mentrup, Ralf Frisch, Solution Director Public Transport bei der PTV Group, Dr. Jürgen Greschner, CEO init AG, Dr. Alexander Pischon, CEO VBK, Dr. Alexander Viehl, Head of Intelligent Systems and Production am FZI, und Prof. Peter Vortisch, Leiter des Instituts für Verkehrswesen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vertreten. Moderiert wird die Diskussion von Robert W. Huber, Vorsitzender des Komitees für Außenwirtschaft der IHK Karlsruhe.

    Mobility as a Service im Fokus



    Im Fokus am Stand der PTV Group auf der UITP stehen Mobilitätsangebote – Mobility as a Service, kurz MaaS, für den Öffentlichen Verkehr. Noch bestimmen konventionell betriebene Fahrzeuge die Straße, aber autonome Transportmittel, die sich Fahrgäste auch teilen können, sind im Kommen. Was bedeutet das für Städte und wie können neue Mobilitätsangebote den Öffentlichen Verkehr ergänzen? Antworten darauf geben die Experten am PTV-Stand. Ralf Frisch wird das Maas Accelerator Program des Unternehmens vorstellen, das ein komplettes Portfolio an Softwarekomponenten für die Planung von MaaS-Operationen bietet – bis hin zum Betrieb und zur Steuerung von MaaS in jeder beliebigen Stadt weltweit. Das komplette Programm stellt eine fortlaufende Entwicklungszusammenarbeit mit Kunden bzw. Partnern dar. Gemeinsam wird zunächst die Modellierung und Bewertung von MaaS-Geschäftsmodellen bis hin zur Simulation, Optimierung bestehender Betriebskonzepte, Steuerung und gegebenenfalls Integration in die gesamte Mobilitätsplattform einer Stadt oder eines Staats bzw. in das städtische Mobilitätsmix-Betriebssystem erarbeitet.

    Die TechnologieRegion Karlsruhe ist eine der führenden Wirtschafts- und Innovationsregionen Europas mit überdurchschnittlicher Wirtschaftsleistung und einer gesunden Mischung aus internationalen Konzernen, Wissenschaftseinrichtungen mit globaler Bedeutung, mittelständischen Unternehmen und Start-ups. Was die TechnologieRegion Karlsruhe auch international so interessant macht, sind ihre diversen Poolpositionen im Bereich der Mobilität: Pilotfläche für autonomes und vernetztes Fahren, ihr TramTrain System hat längst weltweit Anerkennung gewonnen und Karlsruhe ist Deutschlands Fahrrad- und Car-Sharing-Hauptstadt. Nachhaltige, urbane Mobilität steht ganz oben auf der Agenda – und das ist für Städte überall auf der Welt ein Thema.

    Als einer der global agierenden Akteure dieser Region ist die PTV Group international bekannt für seine weltmarktführende Software für die Verkehrsplanung. Auch in Forschungsprojekten engagiert sich das Unternehmen aktiv für die Gestaltung der Mobilität der Zukunft. Im Rahmen der Initiative „Smart Mobility für die Region Karlsruhe“ kooperiert die Stadt Karlsruhe mit der PTV. Hierzu baut das Unternehmen ein Mobility Lab auf – ein weltweit einzigartiges Testlabor, um mit historischen und Echtzeitdaten neue Mobilitätsansätze zu erproben. Das Europäische Verkehrsmodell, das den gesamten Personen- und Güterverkehr in Europa abdeckt, wird ebenfalls mit PTV-Software entwickelt.

    Weitere Informationen: www.ptvgroup.com

     

  10. Neuerscheinung: Photogrammetrie - Laserscanning - Optische 3D-Messtechnik

    Das Institut für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth veranstaltete vom 01. bis 02.02.2017 die 16. Oldenburger 3D-Tage. Diese Veranstaltung bildet eine wichtige Plattform für Fachleute aus den Bereichen Photogrammetrie, Geodäsie und industrieller Messtechnik. Die Veranstaltung gilt mit ca. 230 Teilnehmern als eine der wichtigen Veranstaltungen in diesem Bereich. Die Beiträge in diesem Werk dokumentieren für die Themengebiete Photogrammetrie, Laserscanning und optische 3D-Messtechnik die neuesten Forschungsergebnisse und Anwendungsbeispiele aus Wissenschaft und Praxis, die in dieser Form an anderer Stelle kaum zu finden sind.

    Alle Tagungsbeiträge der 16. Oldenburger 3D-Tage vom 1. bis 2. Februar 2017

    Enthält sowohl wissenschaftliche Beiträge aus aktueller Forschung als auch anwendungsorientierte Berichte und Produktinformationen
    Neueste Forschungsergebnisse und Anwendungsbeispiele aus Photogrammetrie, Laserscanning und optischer 3D-Messtechnik

    Themenschwerpunkte:
     
    Dynamische Prozesse
    Aufnahme und Prozessierung von Laserscandaten
    Modellierung
    Anwendungen
    Sensoren und Plattformen
    Sensorik
    Kalibrierung und Messunsicherheit
    Industrielle Anwendungen


    Zielgruppe: Praktiker, Wissenschaftler und Studierende in den Bereichen Photogrammetrie, Geodäsie, Geoinformatik und Geowissenschaften sowie aus dem Maschinen- und Anlagenbau, Automobilbau, Bauingenieurwesen, Architektur, Denkmalpflege, Stadtplanung, Archäologie, Forstwissenschaft, Medizin u. v. m.

    Luhmann, Thomas; Schumacher, Christina (Hrsg.)
    Photogrammetrie - Laserscanning - Optische 3D-Messtechnik
    Beiträge der Oldenburger 3D-Tage 2017
    2017 X, 431 Seiten, Broschur
    64,- €
    ISBN 978-3-87907-625-3


    Prof. Dr.-Ing. habil. Thomas Luhmann ist Professor für Photogrammetrie und Fernerkundung an der Jade Hochschule in Oldenburg.
    Dipl.-Ing. (FH) Christina Schumacher ist Technologietransferbeauftragte der Jade Hochschule in Oldenburg.

    Weiterführende Informationen:
    Inhaltsverzeichnis
    Vorwort
    Leseprobe